Von Laos zur Hauptstadt Kambodschas – von Mike

Wir hatten bereits viele Geschichten gehört und einiges gelesen betreffend dem Grenzübergang Laos – Kambodscha und wir wurden nicht enttäuscht. Es wurde ein verdammt langer Weg, der unsere Geduld wieder einmal auf eine harte Probe stellte. Gebucht hatten wir einen so genannten VIP Bus, da dies die einzige angebotene Möglichkeit war. Ein VIP Aufkleber hebt die Qualität des Fahrzeuges aber leider nicht an. So hatten wir die erste Panne bereits vor dem eigentlichen Reisebeginn und mussten eine Ewigkeit warten. Nachdem uns der Reiseanbieter 5 Dollar pro Person für den Grenzübertritt abknöpfen wollte, nahmen wir unsere Pässe selbst in die Hand und kümmerten uns um die nötigen Stempel. 10 Dollar für Stempel, Hallo? Da gönnen wir uns lieber ein gutes Nachtessen! Die freundlichen laotischen Zollmitarbeiter verlangten dann doch noch 2 Dollar Stempelgebühren, welche aber erfolgreich auf 1 Dollar heruntergehandelt werden konnten. Zu Fuss ging es über die Grenze nach Kambodscha wo uns bereits der „super obligatorische Gesundheitscheck“ für weitere 2 Dollar erwartete. Das Gesundheitswesen in Kambodscha ist tatsächlich so weit, dass sie mit einem Fiebermesser und einer Taschenlampe feststellen können, ob irgendwelche ansteckenden, gefährlichen Krankheiten ins Land getragen werden. Diese Autoritätspersonen hatten wir also souverän ignoriert und waren nach zwei weiteren Schaltern und Stempel in Kambodscha angekommen. Nur hatte unser Bus in der Zwischenzeit leider wieder den Geist aufgegeben und wir warteten eine gute Stunde bevor wir unsere Reise fortsetzen konnten. 

Beim Eindunkeln sind wir dann endlich in Kratie angekommen. Kratie selbst hat nicht viel zu bieten, so fuhren wir am nächsten Tag mit dem Roller flussaufwärts und besuchten ein Schildkröten Sanctuary, in welchem bedrohte Weichpanzerschildkröten aufgezogen werden. Auf dem Rückweg konnten wir bei einem kleinen Bootsausflug noch einmal die seltenen Irrawaddy Delfine bestaunen.

Phnom Penh, die Hauptstadt Kambodschas hat uns positiv überrascht. Die Flusspromenade hat viel Charme und man kann sich in vielen schönen Cafés und Restaurants verweilen. Zu den üblichen Stadtattraktionen kommen in Phnom Penh leider noch tragische, geschichtsträchtige Orte hinzu. Das berüchtigte Foltergefängnis und die „killing fields“. Wir wissen viel zu wenig um die Geschichte Kambodschas korrekt wiederzugeben. Aber man stelle sich mal vor, dass über 1/3 der Landesbevölkerung ausgelöscht wird. Denn genau das ist in Kambodscha passiert, vor nicht einmal so langer Zeit (1975-1979). Als die Khmer rouge bis zu 3 von 8 Millionen Einwohnern grausam hinrichtete.

 

Battambang & Siem Reap – von Larissa

In Battambang liessen wir es uns nicht entgehen eine Fahrt auf dem bekannten Bambuszug zu machen. Die Wagen bestehen aus einem Holzrahmen mit Bambuslatten bedeckt und tuckern auf zwei Eisenrollen mit etwa 30 km/h durch die Gegend. Ein einfaches Benzinmotörli treibt die Wagen voran. Die Schienen sind teilweise versetzt und da es nur ein Gleis gibt, muss immer einer der Wagen bei Gegenverkehr zur Seite gehoben werden.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit den umliegenden Highlights von Battambang. Sehr spektakulär wurde es dann am Abend, als wir die Fledermaushöhlen besuchten. Nach Untergehen der Sonne schiessen hier jeden Tag Millionen von Fledermäusen aus einer Felshöhle. Immer wenn wir dachten, es müssten alle draussen sein, kamen noch mehr. Das Spektakel dauerte fast eine Stunde. Wahnsinnig. Die Tiere sind die ganze Nacht unterwegs, um sich die Bäuche mit Insekten vollzuschlagen. Die kleinen Viecher fressen übrigens jede Nacht eine Menge, die einem Drittel bis zur Hälfte ihres Körpergewichts entspricht. Stellt euch das mal in menschlichen Proportionen vor!

Weiter ging es dann nach Siem Reap. Die Stadt ist eine Touristenhochburg, die Preise überteuert und die Verkäufer sowie die Tuk-Tuk Fahrer ganz schön nervig. Wir waren nur mässig begeistert. Jedoch ist Siem Reap der Ausgangspunkt für die weltbekannten Tempel von Angkor, die zu den eindrucksvollsten Stätten des Altertums gehören. In zwei Tagen besichtigten wir in der brütenden Hitze und Menschenmengen einen Tempel am anderen an. Ich würde fast sagen, wir waren ein bisschen froh, als wir die letzte Stätte verliessen. Natürlich sind alle beeindruckend und Angkor Wat, das grösste religiöse Bauwerk der Welt, bei Sonnenaufgang zusehen, hat schon etwas Spezielles. Unser Favorit war der Tempel von Ta Prohm, bekannt von Tomb-Raider. Überall wuchert die Natur und riesige Baumwurzeln wachsen über die Mauern.

Um unsere Köpfe von den vielen Tempeln ein bisschen zu durchlüften, besuchten wir an einem Abend noch den Phare Zirkus. Es ist eine Organisation, welche benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung sowie ein gesichertes Einkommen durch die Vorstellungen ermöglicht. Er ist ursprünglich in Battambang gegründet worden, da es dort zeitlich aber nicht aufging, holten wir die Show in Siem Reap nach. Und wir wurden nicht enttäuscht, die Vorstellung war echt gut und vermittelte grosse Dankbarkeit und Lebensfreude der Akrobaten.

Allgemein gibt es in Kambodscha übrigens sehr viele Organisationen, welche sich für Strassenkinder, Prostituierte, Blinde, Minenopfer etc. einsetzen.

An unserem letzten Abend, war die Stimmung ziemlich gedrückt, als wir auf dem Konzert von Beatocello, besser bekannt als Dr. Beat Richner, waren. Der wohl berühmteste Kinderarzt der Welt spielte auf seinem Instrument und erzählte zwischen der Musik von den mittlerweile fünf Kinderspitäler, die er in Kambodscha leitet. Sein ganzes Leben und seine Geschichte sind unglaublich beeindruckend. Der Schweizer behandelt Kinder unter 16 Jahren kostenlos und hat in den 23 Jahren, die er bereits im Land ist, Millionen von Leben gerettet. Da 80 % der Kambodschaner immer noch sehr arm sind und sich die Spitalkosten nicht leisten können, würden tagtäglich hunderte von Kinder sterben. Die fünf Spitäler werden hauptsächlich von Spenden finanziert. Wenn ihr also einmal an Spenden denkt, ist dies eine sehr sinnvolle Adresse.