Von Bali nach Java – von Larissa

Zurück in Bali wählten wir unsere Bleibe in Canggu aus. Der Ort ist voller junger obercooler Hipster, Surferguys und Strandchicks, teilweise vielleicht einen Tick zu cool. ;-P Wir verbrachten ein paar ziemlich relaxte Tage am Strand, besuchten den nahe gelegenen Wassertempel Tanah Lot und genossen die vielen guten Restaurants. Zum Frühstück schleppte ich Mike jedoch immer an denselben Ort, in mein neues absolutes Lieblingscafé. Die Frühstückskreationen waren soo toll und ich kam aus dem schwärmen gar nicht mehr raus! Das Café bot unter anderem auch Lieferservice an, ob dieser wohl bis in die Schweiz reicht?!

Vom Strand ging es dann weiter nördlich in die etwas kühlere Berglandschaft nach Munduk. Der kleine ruhige Ort bietet grossartige Landschaften und ist bekannt für seinen guten Kaffee, dem sogenannten Kopi Luwak. Tolle Wasserfälle versteckten sich im dichten Dschungel und wurden bei einer kleinen Wanderung von uns erkundet. Die restliche Umgebung entdeckten wir mit dem Roller und kamen immer wieder an wunderschönen Reisfeldern vorbei. Ich bin jedes Mal wieder aufs Neue fasziniert, wie viel Lebensenergie das leuchtende Grün vermittelt.

Unser nächster und letzter Stopp in Bali war dann Pemuteran, welcher an der Nordwestküste liegt. Es soll einer der besten Tauch-/Schnorchelspots der Insel sein und wir wurden nicht enttäuscht. Die Unterwasserwelt war echt vielseitig mit den farbigsten Fischen und Korallen. Nemo und seine Brüder sind mittlerweile unsere besten Freunde.

Nun war es an der Zeit, Bali tschüss zu sagen. Per Fähre und Zug machten wir uns auf zur Nachbarinsel Java nach Banyuwangi. Überraschenderweise hat alles ziemlich gut geklappt und wir wurden herzlich von unserer Homestay in Empfang genommen. Das junge Ehepaar, welche die Unterkunft führt, war super hilfsbereit und organisierte uns auch gleich den nächtlichen Ausflug zum Ijen Krater, die Hauptattraktion des Ortes. Morgen um halb eins ging es dann los. Mit einem Guide zusammen fuhren wir eine ganze Weile bis zum Fuss des Vulkans, wo wir dann gut eineinhalb Stunden mit Taschenlampen ausgerüstet bergauf bis zum Kraterrand wanderten. Der stechende Geruch des im Krater liegenden Schwefelsees lag bereits in der Luft und kratze leicht im Hals. Der See wird von Experten als das grösste Säurefass der Welt bezeichnet. Bevor wir den steilen rutschigen Pfad in den Schlund runterkraxelten, wurden wir mit Masken ausgerüstet, um uns vor den giftigen Gasen zu schützen. Der Abstieg in der Dunkelheit war wirklich kein Kinderspiel, aber der lange Weg hatte sich gelohnt. Unten angekommen steht man dann endlich davor – dem sogenannten blauen Feuer. Es handelt sich um Schwefelflammen, welche sich bei Kontakt mit der Luft entzünden. Wow, es war echt ein unglaublich eindrückliches Naturschauspiel, welches wir noch nie in solch einer Art gesehen haben. Als wir später wieder am Kraterrand oben angekommen waren und es langsam hell wurde, realisierten wir erst in welch wunderschöner Umgebung wir uns befinden. Die Rundumsicht über den türkisfarbenen Schwefelsee und die ganze Kulisse war unbeschreiblich und definitiv ein Highlight unserer Reise!

Leider hat die wunderschöne Landschaft aber auch eine traurige Kehrseite, denn unbeschreiblich sind auch die Bedingungen, unter denen hier Minenarbeiter ihren täglichen Lebensunterhalt verdienen. Der Schwefel, welcher gasförmig aus dem Vulkan tritt, wird in Rohren abgekühlt und an der Erdoberfläche abgelagert. Anschliessend wir das gelbe Gut mit Eisenstangen und teilweise blossen Händen aus dem Boden ausgebrochen und mit Hilfe von Bambuskörben den steilen Pfad hinauf getragen – ein Bild wie vor 100 Jahren. Pro Ladung transportieren die Männer 70 bis 100 kg auf den Schultern und dies teilweise in Flipflops oder zerrissenen Gummistiefeln. Eigentlich unvorstellbar. Bezahlt wird dann nach Gewicht, natürlich unter jeder Würde! Wir werden uns wohl nie wieder über schwere Arbeit beklagen können!

 

 

Vulkanrauch, Überschwemmungen und Grossstadt Dschungel – von Mike

In der Holzklasse der indonesischen SBB (haha) fuhren wir von Banyuwangi nach Probolinggo. Komfortmässig können die Züge noch nicht ganz mit Schweizer Niveau mithalten, dafür hatten alle einen Sitzplatz und der Zug fuhr wirklich pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Weil wir erst im Dunkeln in Probolinggo eintrafen, gönnten wir uns wieder einmal ein schönes Hotel in der Nähe des Bahnhofs. Wir staunten nicht schlecht, als die Angestellten des nobel wirkenden Hotels zuerst mit uns Fotos machen wollten, nachdem wir auf dem Weg dorthin bereits für eine Fotosession mit Einheimischen hinhalten durften. Wir dachten das Touristen um den bekannten Mount Bromo ein gewohntes Bild seien, jedoch geniesst Probolinggo einen sehr schlechten Ruf und die meisten Touristen erklimmen den Berg von einer anderen Seite. Da wir sowieso selbständig mit dem Roller den Berg erkunden wollten, war uns der schlechte Ruf eigentlich egal. Eigentlich – denn am nächsten Tag fanden wir heraus, dass es unmöglich ist an diesem Ort einen Roller zu mieten. Es blieb uns nichts anderes übrig, als ein Fahrzeug mit Fahrer zu organisieren. Glücklicherweise landeten wir bei der örtlichen Touristeninformation, denn allen anderen Reiseagenturen kann mal wohl nicht trauen. Der freundliche Angestellte half uns gerne weiter und organisierte Fahrzeug mit Fahrer, zudem lud er uns am Abend ein, um mit einer Studentenklasse etwas Englisch zu sprechen. Ins Auto einsteigen konnten wir jedoch nicht bei seinem Büro, das wäre zu gefährlich gewesen und könnte ihm grosse Probleme bescheren. Wir mussten also ein paar Strassen weiter… wo sind wir denn da wieder gelandet??? Wir hatten Glück und konnten trotz dem bewölkten Wetter eine tolle Aussicht auf den aktiven Vulkan geniessen. Einheimische führten uns auf rostigen Motorrädern (oder was davon übrig blieb) direkt zum Fusse des Kraters und wir wurden fast etwas nervös, als wir sehen konnte, wie grosse Aschewolken ausgespuckt wurden. Dies scheint jedoch normal zu sein, es könnte aber auch jederzeit zum Ernstfall werden! Auf der Rückfahrt erhielten wir noch einen Anruf: Die Englischstunde wurde leider abgesagt, aber wenn wir möchten, könnten wir bei einem kleinen örtlichen Radio von unserer Reise erzählen. Diese Erfahrung liessen wir uns natürlich nicht entgehen und kurze Zeit später, sassen wir mit Kopfhörern in einem Radiostudio… 😉

Am nächsten Morgen wurde uns am Bahnhof mitgeteilt, dass unser gebuchter Zug nach Yogyakarta wegen Überschwemmungen gestrichen wurde. Es könnte 4-5 Tage dauern, bis die Schienen wieder befahrbar sind. Ersatzbusse sind in Indonesien kein Thema und jeder wird sich selbst überlassen. Ausser uns schien es auch keinen zu kümmern. Wir hatten aber ein Hotel gebucht und wollten nach Yogyakarta und zwar jetzt! Manchmal beneiden wir die Asiaten etwas für  für ihre Gelassenheit. Etwas später sassen wir mit einem mulmigen Gefühl in einer Reiseagentur in Probolinggo. Nach einigen Stunden des Wartens startete tatsächlich unser Minivan und schlappe 11 h später waren wir an unserem Ziel.

In Yogyakarta war wieder einmal typisches Sightseeing angesagt. Zudem machten wir noch zwei kulturelle Abstecher zu den Tempeln von Borobudur und Prambanan. Leider fühlte sich Lara genau am Morgen der achtstündigen Zugfahrt nach Jakarta krank. Sie kämpfte aber tapfer und nach einem Tag Erholung in der indonesischen Hauptstadt war sie wieder unter den Lebenden und bereit  für den Flug nach Malaysia.

PS: Von Jakarta können wir nicht wirklich viel erzählen, da wir genau am Tag nach Ramadan da waren. Die meisten Geschäfte und Restaurants waren geschlossen und teilweise sah es aus wie in einer Geisterstadt. Die Menschen trafen sich mit ihren Familien und feierten das Fest des Fastenbrechens. Wir mochten es ihnen gönnen, hatten wir manchmal fast ein schlechtes Gewissen, wenn wir bei den tropischen Temperaturen an unserer Wasserflasche nippten und alle um uns herum tapfer bis zum Eindunkeln warten mussten/wollten.

 

 

36 Tage Indonesien – von Beiden

Was Indonesien landschaftlich zu bieten hat, ist schlicht unglaublich. Vulkane, Strände, Wasserfälle, Dschungel, Reisfelder, eine sehr vielfältige Tierwelt und eine Unterwasserwelt, die seinesgleichen sucht. Obendrauf kommt eine interessante Mischung an verschiedenen Religionen und sehenswerten Kulturstätten. Wir haben aber lange nicht alles gesehen, denn mit den über 17’000 Inseln ist es nicht gerade das einfachste Land zum bereisen und an einigen Ecken kann es recht anstrengend werden. Die Leute sind aber durchwegs freundlich und wenn sie nichts verkaufen wollen, auch sehr hilfsbereit.