Melbourne – von Larissa

Hello Melbourne! Das Gefühl australischen Boden unter den Füssen zu haben, war erst einmal unbezahlbar. Die ersten Eindrücke, speziell nach Asien, waren einfach nur grandios. Alles war so unglaublich sauber und gepflegt. Die Strassen waren nicht überfüllt mit Menschen und niemand wollte einem etwas verkaufen. Einfach nur herrlich, ich sags euch.

Wir trafen uns gleich mit Renate, einer Ex-Arbeitskollegin von meinem ehemaligen Lehrgeschäft. Sie verbringt zwei Jahre mit ihrem Mann und den zwei Kindern in Australien und wir hatten das grosse Privileg, bei ihnen wohnen zu dürfen. Sie leben in einem tollen Haus in der Nähe des Strandes in Altona/Melbourne. Wir genossen die wohl beste Dusche seit langem, mit richtig gutem Strahl und ein bequemes Bett, sowie Renis Kochkünste. Wir wurden richtig verwöhnt, lachten viel und verbrachten super Tage zusammen.

Melbourne selbst kannten wir beide bereits einwenig von unserem ersten Australientrip. Jedoch überzeugte uns die Stadt lustigerweise dieses Mal viel mehr. Sie hat sehr viel zu bieten, hat wunderschöne Ecken, versprüht ein tolles Flair und vertritt den Titel „die Wohlfühlstadt der Welt“ zu Recht.

Nun war da aber noch das „Projekt Auto“. Da die Mietpreise für etwas Anständiges sehr teuer sind, entschlossen wir uns, etwas Eigenes anzuschaffen. Mike war es wichtig, dass es ein 4×4 werden sollte, ich dagegen wollte eher einen gemütlichen Camper mit genug Platz zum Schlafen. Nach langer Recherche im Internet, diversen Onlineanfragen und abklappern der Garagen, merkten wir jedoch, dass die ganze Sache gar nicht so einfach ist, wie wir uns das vorstellten. Nichts konnte uns auf Anhieb überzeugen. Die Fahrzeuge waren entweder zu teuer, zu alt oder zu schlecht. Einen ganzen Samstag verbrachten wir zusammen mit Renate und Reto bei diversen Autohändlern. Beinahe hätten wir die Hoffnung aufgegeben, jedoch trafen wir bei unserem letzten Stopp, doch tatsächlich noch auf das, was wir suchten. Ein Nissan Patrol 4,5 Liter, Jahrgang 1998 mit 4×4 Antrieb, einem Funkgerät, Benzin- und Gastank und einer Bullbar (Schutz der Haube gegen Wildtiere). Alles schien zu passen und nach einer kurzen Probefahrt, waren wir überzeugt, dass uns dieses Auto auf unserer Australienreise begleiten sollte!

Bis wir unser neues, zukünftiges Zuhause dann abholen konnten, blieb genug Zeit, uns mit einfacher Campingausrüstung auszustatten. Auch der Papierkrieg stellte sich als halb so schlimm heraus und schon war das Auto in unserem Besitz. 😉 Stolz fuhren wir am nächsten Morgen noch in den Baumarkt und besorgten das nötige Holz und Werkzeug, um eine Liegewiese ins Auto einzubauen (Mike machte sich richtig gut und so wurde auch mein Wunsch, mit dem genügenden Platz zum Schlafen, mehr oder weniger erfüllt ;-P). Nach einem Besuch in der Ikea, wo wir uns noch mit einer Matraze und selbstgebastelten Vorhängen ausrüsteten, waren wir endlich ready to cruise… 😉

PS. Nochmals ein riesen Dankeschön an die Familie Achermann. Sie haben uns extrem viel geholfen und standen mit Rat und Tat zu unserer Seite. Dies erleichterte uns sehr viel und wir schätzten es unglaublich. Tausend Dank!

 

 

The Great Ocean Road – von Mike

Da lagen wir nun in unserem Nissan, irgendwo zwischen Melbourne und der berühmten Great Ocean Road auf einem kleinen Truck Stopp. Die erste Nacht in unserem Wohn- oder besser gesagt Schlafmobil stand uns bevor. Fast etwas wehmütig blickten wir auf die luxuriöse Woche bei Achermann’s zurück. Alles war noch etwas eng und mühsam, aber daran sollten wir uns schnell gewöhnen.

Am nächsten Morgen ging es dann so richtig los: unser Australien Road Trip! Erster Stopp in Torquay, dem Surfermekka Australiens und Gründungsort von Quicksilver und Rip Curl. Unser Frühstück (Oatmeal à la Lara) genossen wir direkt oberhalb des berühmten Bells Beach. Danach fuhren wir der Küste entlang und besuchten die Erskine Falls, die leider wenig beeindruckend waren, da sie fast kein Wasser führten. In Kennett River konnten wir bereits die ersten Koalas beobachten, die schlaftrunken auf den Bäumen chillten. Ein paar Kilometer vor den zwölf Aposteln quartierten wir uns auf einem Camping ein und bereiteten unser 5-Sterne-Menü zu. Beim Zähne putzen, staunten wir nicht schlecht, als wir auf einmal von Kängurus umgeben waren. Viel besser konnte der Tag gar nicht enden.

Der folgende Tag stand dem aber in nichts nach. Ein Highlight jagte das Andere und dazu strahlender Sonnenschein. Dazu kommt die australische Infrastruktur unserem Reisestil sehr entgegen, denn überall sind überdachte Tische und gratis Grillplätze vorhanden. Wir konnten uns also nicht beklagen. Einziger Wehmutstropfen war, dass wir ausserhalb der Walsaison reisen und somit keine Wale zu sehen bekommen werden. Man kann halt nicht alles haben!

Nach einer Nacht in Portland fuhren wir nach Cape Bridgewater, wo wir eine kleine Küstenwanderung zu einer Robbenkolonie machten. Der Weg nach Robe, einem kleinen Ferienort am Meer, war dank der vielen Sehenswürdigkeiten unterwegs wieder sehr kurzweilig. Wir näherten uns langsam aber sicher Adelaide, der Hauptstadt von South Australia.