Bali the 2nd & Gili Air – von Larissa

Zurück in Asien – eine Welt, in der alles etwas anders abläuft, wie wir „western people“ es uns gewohnt sind. Alles ist lebendiger und hektischer. Der Verkehr scheint aus allen Nähten zu platzen und von den Weiten Australiens ist hier nichts mehr zu sehen. Düfte der Räucherstäbchen und des gebratenen Nasi Gorengs sind fast überall wahrnehmbar. Ganz ruhig durch die Strassen zu schlendern ist hier meist schwierig, entweder will dir nämlich jemand irgendetwas verkaufen oder man wird von einem Roller oder einem rasanten Auto beinahe überfahren.*

Unsere Unterkunft hatten wir dieses Mal in Ubud gebucht. Ubud liegt im Landesinneren und ist als Kultur- und Künstlerort bekannt und bei Touristen sehr beliebt. Der Ort ist charmant und hat reihenweise gute Restaurants mit qualitativ hochwertigem und gesundem Essen und die Yogaszene boomt wie wild. Ich fand hier somit etwas besseren Gefallen als Mike. Wir machten einen Ausflug in die nahe gelegenen und wirklich wunderschönen Reisfelder, fanden uns in einer balinesischen Tanzvorführung wieder (wir haben gelesen, es sei ein absolutes Muss (wir dementieren!) und natürlich besuchten wir auch den heimischen Monkey Forest, wo ich beinahe von einem Affen gefressen wurde. ;-P Zudem hatten wir Premiere und verbrachten unseren ersten „getrennten“ Tag. Mike nahm nämlich noch einmal den etwas mühsamen Weg zur Küste in Kauf und startete erneut einen Versuch mit Kite Surfen. Dieses Mal war der Wind auf seiner Seite und er konnte die ersten zwei Lektionen absolvieren, was ihm super gefiel. Ich blieb in Ubud und hatte somit ausführlich Zeit, mich den tollen Shops und Cafés zu widmen. Am Abend konnten wir einander wieder einmal richtig viel erzählen und waren natürlich froh, nach einer sooo langen Zeit wieder beieinander zu sein.

Von Ubud ging es weiter an die Ostküste nach Amed. Der relaxte und noch nicht allzu touristische Ort hat uns sehr gut gefallen. Er ist umgeben von leuchtend grünen Reisfeldern und die schwarzen Strände präsentieren sich wirklich toll mit Bergen und einem grossen Vulkan im Hintergrund. Des Weiteren ist im 2. Weltkrieg nicht weit weg von hier der US-Frachter Liberty gesunken, welcher sich nun bestens bei einem Tauchgang erkunden liess. Die Unterwasserwelt war toll und wir verbesserten unsere Tauchzeit von 40 Minuten auf 63 Minuten.

Als nächstes stand dann Gili Air auf dem Programm, es ist eine der drei Gili Inseln und liegt knapp vor Lombok. Um euch die Grösse vorzustellen – in eineinhalb Stunden kann man die Insel zu Fuss umrunden. Die Atmosphäre hier ist gelassen und wir genossen die herrliche Ruhe. Nicht zuletzt weil hier keine motorisierten Verkehrsmittel zugelassen sind. Alle drei Inseln sind bekannt für die schönen Strände mit türkisfarbenem Wasser. Ganz ehrlich, nach den Traumstränden von Esperance in Australien, ist es undenkbar schwierig, diese zu toppen! Und man erwischt sich ungewollt immer wieder im Vergleichsmodus. Jedoch sind die Inseln wirklich schön und das Meer war super, um zu schnorcheln und so verbrachten wir die meiste Zeit im angenehm warmen Wasser. Momentan sind wir etwas weniger abenteuerlustig als zu Beginn der Reise und wir nehmen die Tage etwas gelassener. Gili Air war der richtige Ort dazu!

* Das mit der Fahrprüfung läuft hier in Bali übrigens in etwa so ab: Entweder man nimmt Fahrstunden und absolviert dann die Prüfung, welches sich als viel zu anstrengend erweist oder aber man bekommt seinen Führerschein, indem man ihn mit ca. 50 Franken Bestechungsgeld kauft – für welchen Weg sie sich entscheiden, erkennt man ganz deutlich am Fahrstil! Warum auch kompliziert, wenn es so einfach geht… 😉

 

 

An Tagen wie diesen – von Mike

Friede, Freude, Eierkuchen, so stellt man sich das Reisen eigentlich vor. Manchmal kann es aber auch ganz schön anstrengend und nervig sein, wie bei unserem Ausflug nach Flores, zum Komodo Nationalpark. Es begann bereits beim Flughafen in Denpasar, wo wir etwas ungeschickt am falschen Ort anstanden (hey, das kann passieren!). Als wir an der Reihe waren, wurden wir freundlich an den vermeintlich richtigen Ort verwiesen. Dort wurden wir dann wieder an einen anderen Ort verwiesen und schlussendlich mussten wir zu einem komplett anderen Gebäude laufen. Die Abflugzeit näherte sich und wir erledigten im Eiltempo das Check-In. Natürlich mussten wir für den Inlandflug noch Übergepäck bezahlen. Wir sassen noch beim Gate, als unser Flugzeug eigentlich schon abheben sollte, als die Meldung kam, dass der Flug wegen technischen Problemen über eine Stunde Verspätung hatte. In Labuan Bajo angekommen, machten wir uns zu Fuss auf den Weg zu unserer, per E-Mail reservierten, Unterkunft. Bei unserem Marsch durch ein Quartier folgte uns auf einmal ein Dutzend Kinder. Eigentlich ein cooles Erlebnis, wenn sie nicht dauernd „money, money“ geschrien hätten. In der Unterkunft wurde uns dann freundlich mitgeteilt, dass nun bereits ausgebucht sei, trotz bestätigter Buchung! Grandios, danke! Unser Marsch mit Sack und Pack führte also noch eine Weile durch den kleinen, unfreundlich wirkenden Ort, wo wir in einer Homestay das letzte Zimmer ergattern konnten. Eigentlich ein Dreierzimmer, welches über dem üblichen Budget lag, aber in der Not nahmen wir das gerne an. Beim ordentlichen Einchecken wurde ich dann stutzig, als zwei Backpacker nach einem Zimmer fragten und prompt ein freies Doppelzimmer anschauen konnten. Ehm sorry, aber wir haben doch das letzte Zimmer? Da gab es wohl ein Missverständnis!? Da die Backpacker den Raum nicht wollten, konnten wir dann doch noch unser Doppelzimmer beziehen. Nun mussten wir „nur“ noch unsere Bootstour zu den Komodo Inseln buchen. An Anbietern fehlt es definitiv nicht. An jeder Ecke wurden wir angesprochen und wir liessen uns 2-3 Mal alles erklären. Überzeugen vermochte uns keiner wirklich, aber was will man tun. Tour gebucht und Treffpunkt am nächsten Morgen um 7.30 Uhr ausgemacht. Da wurde uns dann mitgeteilt, dass zwei andere Teilnehmer einen Rollerunfall hatten und unsere Tour deswegen nicht stattfinden werde. Alle anderen Boote waren in der Zwischenzeit auch weg und wir hatten die Wahl ein eigenes Boot zu chartern oder auf den nächsten Tag zu warten und das bereits gebuchte Zimmer zu verlieren. Wir entschieden uns für das Privatboot bei einem anderen Anbieter. Etwas verspätet stachen also auch wir in See. Die zweitägige Tour mit Übernachtung auf dem kleinen Boot gefiel uns dann sehr gut und entschädigte uns für die Umstände. Wir sahen die eindrücklichen Komodo Warane und hatten das Glück, beim Schnorcheln gleich sieben majestätische Manta Rochen beobachten zu können (Lara’s Geburtstagsgeschenk!). Auch das Aufwachen auf dem Schiff mit direktem Blick zum Sonnenaufgang wird uns in Erinnerung bleiben. Zurück in Labuan Bajo traf uns dann die harte Realität wieder. Anstelle dem vereinbarten Preis für den Transport durch Flores, wollte der tüchtige Geschäftsmann auf einmal das dreifache! Wir hatten die Schnauze voll und buchten kurzerhand den Flug zurück nach Bali für den kommenden Tag. Da der Flug erst am Nachmittag los ging, planten wir am Morgen wieder einmal (haha) auszuschlafen. Der örtliche Muezzin holte uns Morgens um 4 Uhr aber sanft aus dem Schlaf. Ach wie schön ihr es doch habt in der Schweiz! 😉