Montevideo & Colonia del Sacramento – von Larissa

Einmal nach Südamerika – das wäre was! Durch die fehlenden Spanischkenntnisse war bisher jedoch bei uns beiden immer eine gewisse Hemmschwelle da. Nicht dass wir uns nicht irgendwie durchschlagen hätten können, aber die Landessprache nur einigermassen zu beherrschen ist ein riesen Plus und das ganze Reisen macht einfach mehr Spass! Durch den Sprachaufenthalt in Spanien können wir uns nun mit einfachen Sätzen verständigen und so stand unserem Südamerikatrip nichts mehr im Wege.

Die paar Wochen, welche wir über Weihnachten und Neujahr Zuhause verbrachten, reichten genau aus, um alle gestohlenen Reiseutensilien sowie Pässe neu zu organisieren, und schon sassen wir am 6. Januar im Flugzeug Richtung Westen. Der Flug war erstaunlich kurzweilig und ehe wir uns umschauten, hatten wir auch schon südamerikanischen Boden unter den Füssen. Montevideo war unsere erste Destination! Uruguay stand zwar nie auf unserer To-do Liste, jedoch bestach das tolle Preisangebot des Fluges.

Bei einem Temperaturunterschied von fast 40 Grad Celcius krempelten wir uns erstmals die langen Hosen nach oben, schnellten unsere Rucksäcke um und nahmen den Weg in unsere Unterkunft in Angriff. Nach einer kurzen Verschnaufspause, wollten wir nun das Zentrum erkunden. Aber wo waren denn alle Leute? Die Strassen waren irgendwie seltsam leer und vom südamerikanischen Flair war noch nichts zu spüren. Was jedoch sofort auffiel, war, dass viele Menschen mit einem Holzbecher in der Hand unterwegs waren, aus dem ein silbriges Röhrchen ragte, an dem sie gelegentlich saugten. In der anderen Hand hielten sie alle eine Thermoskanne. Ach ja, der berühmt berüchtigte Matetee! In keinem Land der Welt ist der Mate-Konsum nämlich so verbreitet wie in Uruguay. Das Nationalgetränk ist allgegenwärtig im uruguayischen Alltag, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Natürlich nahmen auch wir eine Kostprobe, der bittere Geschmack konnte uns aber nur wenig überzeugen.

Ebenso wenig überzeugt, waren wir von Montevideo. Die Stadt war zwar ziemlich gepflegt und hatte einen schönen Hauptplatz, die Stimmung war jedoch wirklich komisch, zu ruhig für eine Hauptstadt und die Sehenswürdigkeiten hielten sich in Grenzen. Was die Preise angeht, fanden wir den früheren Ruf als „Schweiz Südamerikas“ jedoch ziemlich passend!

Nach nur eineinhalb Tagen ging es dann per Bus, der seine Fahrzeiten übrigens äusserst pünktlich einhielt, in das kleine Städtchen Colonia del Sacramento. Der Ort hat definitiv mehr Charme als die Hauptstadt und wir schlenderten in den Pflastersteingassen umher, genossen die Sonne und lasen im Reiseführer über unsere nächste Destination – Buenos Aires!