Salar de Uyuni und Umgebung – von Larissa

Statt Chile, hiess unser nächstes Ziel Bolivien. Auch gut. Der Grenzübergang verlief erstaunlich schnell und mühelos. Im kleinen, aber reizvollen Ort Tupiza, welches durch seine rote Bergumgebung und den staubigen Strassen ein bisschen an den Wilden Westen erinnert, übernachteten wir zwei mal, bevor wir uns auf die 4-Tages Tour zur Salar de Uyuni und Umgebung aufmachten. Die Crew: Ein bolivianischer Fahrer, seine Frau als Köchin, ihr gemeinsames Baby, ein junges Paar aus dem Tessin und wir zwei. Ach und nicht zu vergessen, ein Nissan Patrol 4×4, ein ungemein zuverlässiges Auto, wie wir in Australien selbst prüfen konnten. 😉

Am ersten Tag fuhren wir von Tupiza nach Uyuni. So sassen wir nun Coca-Blätter-kauend (soll gegen die Höhenkrankheit helfen) bei bolivianischer Panflötenmusik im Nissan und bestaunten die abwechslungsreiche Natur in bereits beträchtlicher Höhe und erspähten auch gleich unsere ersten wilden Vicuñas (eine Art Lama). Die Stadt Uyuni ansich hat jedoch ausser dem naheliegenden Zugfriedhof, welcher uns Touristen heute nur noch als tolles Fotomotiv dient, nicht all zu viel zu bieten und ist hauptsächlich Ausgangspunkt für die umliegenden Attraktionen.

Am zweiten Tag brachen wir um fünf Uhr morgens auf. Den Sonnenaufgang dann auf der Salar de Uyuni, der grössten Salzwüste der Welt zu betrachten, war einfach nur atemberaubend. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Gott hier einige extra Tage gearbeitet hat. 😉 Wo man hinschaute, war einfach nur weisser Untergrund und blauer Himmel. Da in Bolivien momentan noch Regenzeit ist, hatte es teilweise noch ziemlich viel Wasser auf der Salzkruste und so ergaben sich wunderschöne Spiegelbilder. Am selben Abend übernachteten wir in einem sehr einfachen aber beeindruckenden Hotel aus Salz. Was für ein Tag!

Am nächsten Tag drehte sich erneut alles um Mutter Natur. Wir fuhren durch die genialsten Gegenden, die man sich nur vorstellen kann. Vorbei an farbigen Lagunen, welche hunderte von Flamingos beheimaten, mit schneebedeckten Berggipfeln und Vulkanen im Hintergrund, weiter durch die Dali Wüste und schliesslich schlossen wir den Tag mit einem Blick auf den wunderbar klaren Sternenhimmel ab. Auf beinahe 5000 Metern über Meer, war die Luft nun spürbar dünn und bei 0 Grad in der Nacht, fror ich mir um ein Haar die Zehen ab. ;-P So kam es mir entgegen, dass wir für den letzten Tag erneut in aller Frühe Tagwach hatten, denn wir wollten die Geysire „Sol de Manana“ in ihrem besten Licht besichtigen. Diese gaben wirklich ein tolles Bild ab, die Erde rauchte und dämpfte im Morgenlicht und die kochenden Schlammlöcher blubberten vor sich hin.

Die 4-tägige Tour war also ein absolutes Highlight! Wir hatten eine wahnsinnig tolle Zeit, mit tollen Leuten und wurden von unserer Köchin extrem gut vegetarisch bekocht. Unser Planet zeigte sich wieder einmal von seiner absolut schönsten Seite und wir sind immer noch total überwältigt, von den einmaligen Naturbildern, die wir in solch einer Art noch nie gesehen haben. Gracias madre tierra!!