Bali – von Larissa

Da wir für Australien etwas mehr Zeit als geplant brauchen werden und wir nur das 90 Tages Visum haben, entschieden wir uns für einen sogenannten „visa run“. Das bedeutet, man fliegt aus dem Land und wieder zurück und erhält so erneut 90 Tage Aufenthaltsberechtigung. Keine Angst, wir werden nicht nochmals drei Monate brauchen, aber wir wollen genügend Zeit haben, für die uns noch bevorstehenden Kilometer und auch um unser Auto am Schluss zu verkaufen etc.

So entschieden wir uns, für sechs Tage nach Bali zu fliegen. Und nach nur zweieinhalb Stunden Flug ist man wieder in einer total anderen Welt. Am Flughafen wird man dann bereits von dutzenden Taxifahrern bedrängt und schon fängt das Feilschen wieder an. Huuhh, diesen Teil von Asien haben wir wirklich nicht vermisst. 😉

Unsere Unterkunft haben wir dank einer Empfehlung in Uluwatu auf der südlichen Bukit Halbinsel gewählt. Der Ort ist wunderschön auf Klippen gelegen und es dreht sich so ziemlich alles um die tollen Strände und die Wellen. Der ganze Lifestyle hier ist total gechillt, was uns beiden sehr gut gefiel. Wir hatten uns bewusst vorgenommen, die Tage hier gelassen zu nehmen und keiner Sehenswürdigkeit nach zu jagen. Ich begann jeden Morgen mit 1 ½ Stunden Yoga, während Mike in aller Ruhe seinen Kaffee trinken konnte und mich später mit dem Roller abholte, um in einem der vielen coolen Cafés frühstücken zu gehen. Da wir in Australien immer selbst kochen, schätzten wir das preiswerte Auswärtsessen hier enorm. Die leckeren Fruchtshakes und die frischen eiskalten Kokosnüsse, hauen mich immer wieder vom Stuhl! Wir liessen es uns richtig gut gehen. Mike surfte und ich widmete meine Aufmerksamkeit seit einer geschätzten Ewigkeit wieder einmal einem tollen Buch, wir genossen entspannende Massagen und am aller meisten wohl auch unser klimatisiertes Zimmer. ;-P

Eigentlich wollte Mike nach ein paar gescheiterten Anläufen in Australien, nun hier unbedingt lernen zu Kitesurfen. Wir fanden dann auch eine Schule und machten uns auf den Weg ins 30 km entfernte Sanur, wo die Bedingungen um diese Jahreszeit eigentlich gut sein sollten. Leider kam und kam der Wind aber einfach nicht genügend auf und so wurde aus dem Kite Nachmittag ein Wakeboard Nachmittag. Natürlich stand Mike mit Leichtigkeit beim aller ersten Versuch bereits auf dem Brett und hatte eine ganze Menge Spass dabei. Etwas weniger Spass hatten wir auf dem Rückweg. Die Strassen, vor allem hier im südlichen, touristischeren Teil der Insel, sind komplett überladen und der enorme Verkehr ist ein echtes Problem. Zusätzlich kamen wir prompt noch in eine Polizeikontrolle und natürlich fanden sie einen Grund, um uns eine Busse zu erteilen (als hätte die doofe Parkbusse in Australien nicht schon gereicht). Leider hatten wir Mikes internationalen Führerausweis vergessen und der balinesische Polizist gab sich mit dem Schweizer Ausweis nicht zufrieden. Er zeigte uns irgend ein Blatt Papier, in balinesischer Sprache wohlverstanden, mit den verschiedenen Strafverfahren und Bussgeldern, verhältnismässig viel zu hoch natürlich. Er konnte uns ja erzählen, was er wollte. Wir schafften es dann den Preis um die Hälfte zu drücken. Asien ist halt schon eine andere Welt.

Wie im Flug sind die sechs Tage auf der Götterinsel vergangen und wir genossen den kurzen Tapetenwechsel hier sehr. Energiegeladen geht’s nun wieder zurück nach Darwin, wo wir unsere Reise durchs Outback in Richtung Süden antreten werden.