Yangon – von Larissa

Eine Stadt voller Menschen und Autos, hunderte von Strassenständen, die Böden gesäumt von roten Spuckflecken* – hektisch, chaotisch, schmutzig… nice to meet you Yangon!

Nach einem Nachtflug sind wir frühmorgens gelandet. Ja, vielleicht lag es zusätzlich an der Übermüdung, aber Yangon war schon ein ziemlicher Kulturschock! Die Leute sprechen kein bis sehr schlechtes Englisch, die Essensbestellungen werden plötzlich zur Herausforderung. Zusätzlich wird man von allen Seiten angestarrt, als käme man von einem anderen Planeten.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die goldige Shwedagon Pagode, welche wirklich wunderschön ist. Da es sehr warm war, trug ich jedoch keine geeignete Kleidung um die Pagode zu betreten. Knie und Schultern müssen bedeckt sein! Also wurde ich sehr stylisch eingekleidet, so dass sich sogar die Einheimischen das Lachen nicht verkneifen konnten. ;-P

Am zweiten Tag machten wir eine 50 km lange Zugrundfahrt, welche Sage & Schreibe keine 25 Rappen pro Person kostete. Ganze 3 Stunden „brausten“ wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 15 km/h rund um Yangon. Auf diese Weise erhielten wir einen tollen ersten Eindruck, wie die Leute leben. Gleichzeitig war es aber auch sehr bedrückend, die Armut und den ganzen Abfall zu sehen.

Als Abschluss des zweiten Tages gönnten wir uns todesmutig bereits einen kleinen Snack von einem der vielen Strassenständen und Mike trank sein erstes Bier (für 60 Rappen). 😉

*Ungefähr jede zweite Person in Myanmar kaut fast ständig Betelnüsse! Die zerhackten Nüsse werden zusammen mit beliebigen Gewürzen in ein von Kalk bestrichenes grünes Blatt eingewickelt und so genossen. Es soll dank der stimulierenden Wirkung für einen wachen Geist sorgen, sowie den Appetit zügeln. Durch das Kauen wird der Speichel rot eingefärbt und wo man geht und steht, wir immer und überall kräftig gespuckt. Wenn einen die Leute anlächeln, sieht man oft nur noch rote verdorbene Zähne.

 

 

Naypyidaw & Kalaw – von Mike

Vom Chaos in Yangon ging es per Bus nach Naypyidaw, seit 2005 die Hauptstadt von Myanmar, wo uns das pure Gegenteil erwartete. Die Infrastruktur wurde für eine Millionenstadt aufgebaut, nur leider will da irgendwie keiner hin. So kann es schon mal vorkommen, dass auf dem achtspurigen (Hallo Zürich – Bern!!!) Highway keine Menschenseele zu finden ist – eine merkwürdige Atmosphäre. Unser Hotel hatte für uns nach einem Tag Aufenthalt die Weiterreise organisiert. Morgens um 8.00 Uhr werden wir vom Bus direkt beim Hotel abgeholt, sagten sie. In der Praxis heisst das: Um 5.00 Uhr Morgens klopfte jemand an die Türe, dieser jemand war ein etwa 13 jähriger Knabe, der nur „check-out“ sagte und davon rannte. Verschlafen und verwirrt legte ich mich wieder hin, als es erneut klopfte und ein Erwachsener in gebrochenem Englisch versuchte zu erklären, dass wir um 5.30 Uhr los müssen um unseren Bus zu erwischen. Ouuuukey… dann mal packen und los. Natürlich erwischten wir unseren Bus, also besser gesagt den einheimischen Minibus der etwas in die Jahre gekommen war. Für uns wurden extra die Zeitungsbündel am Boden zur Seite geschoben, damit wir sogar etwas Beinfreiheit geniessen konnten. Die paar Stunden Fahrt packten wir somit locker und buchten nach unserer Ankunft in Kalaw sogleich eine Trekking Tour zum Inle-See für den nächsten Tag.

PS: Während den Busreisen wird regelmässig Pause gemacht, so alle 4-5 Stunden. WC an Board gibt es keine, dafür haben die Burmesen Plastikbeutel. Den Rest könnt ihr euch denken… 😉

 

 

Zwei lokale Guides führten uns auf schmalen Pfaden von Dorf zu Dorf, weit weg von einer fahrbaren Strasse. Die Landschaft war natürlich sehenswert, aber besonders faszinierte uns das Leben und Arbeiten der Menschen auf dem Land. Wir fühlten uns in der Zeit zurück versetzt. Die Felder wurden mit Hilfe eines Ochsen geackert, geerntet wurde von Hand. Die Waren wurden auf dem Kopf oder per Ochsenkarren transportiert. Die Frauen kümmerten sich um die Plantagen und die Männer erstellten Bambuskörbe, um sie auf einem Markt zu verkaufen. Nach dem Nachtessen durften wir eine Familie in deren Bambushütte besuchen. Der Besitzer freute sich über den internationalen Besuch und bot sofort Reiswein zum trinken an. Wir freuten uns natürlich über die Gastfreundschaft aber die Lebensbedingungen gaben uns auch zu denken. In einem Raum von etwa 25 m2 lebten zwei Kinder, ein Baby und deren Eltern. Gekocht wurde auf offenem Feuer gleich neben dem Schlafplatz der Kinder, die es sich am Boden gemütlich gemacht hatten. Wir selbst schliefen in dieser Nacht im Massenlager ebenfalls am Boden. Für uns war es natürlich nicht gerade die erholsamste Nacht, aber es ist definitiv alles Gewöhnungssache. Nach weiteren 5h Marsch erreichten wir gegen Mittag den Inle-See und wurden bei Regen mit dem Longtailboat nach Nyaungshwe geführt, dem Ausgangspunkt für die Aktivitäten am Inle-See.