Der Norden von Chile – von Mike

Noch vormittags ging es relativ unkompliziert über die Grenze von Bolivien nach Chile. Nach 45 Minuten Fahrt, erreichten wir das Ortsschild „San Pedro de Atacama“. An der ersten Kreuzung ruckelte es dann und unser Kleinbus stand still, die Kupplung war futsch. Die Zollkontrolle lag aber bereits in Sichtweite und ich wollte schon unser Gepäck ausladen und loslaufen. Der Chauffeur bestand aber darauf, dass wir mit vereinten Kräften den Bus anstossen und er uns den Hügel hochfahren kann. Sein Vorhaben klappte zum Erstaunen aller sogar im vierten Anlauf und stolz parkte er seinen defekten Bus direkt vor dem Zollhaus.

San Pedro de Atacama hatten wir uns etwas grösser und moderner vorgestellt. Es ist ein kleines Nest, das vor allem als Ausgangsort für die umliegenden Attraktionen dient. Wir besuchten das eindrückliche Valle de la luna, das wirklich wie eine Mondlandschaft aussah und buchten eine Tour zum weltweit drittgrössten Geysirenfeld „El Tatio“. Dumm nur, dass ich am Abend vor den Geysiren einen besonders aggressiven Bazillus erwischte und innerhalb einer Stunde krank wurde. Da kein Geld zurück erstattet wurde, hiess es trotzdem morgens um 4 Uhr aufstehen. 80 % der Tour verbrachte ich dann zwar schlafend auf dem Rücksitz, aber hey, ich war dabei und Lara hat mir danach fantastische Fotos gezeigt. Überzeugt euch selbst! Nach 24 Stunden Nahtoderfahrung (ja, so ist das wenn Männer krank sind!), rappelte ich mich aber langsam wieder auf und war bereit für den Nachtbus zum Strandort Iquique.

Um 5 Uhr morgens sollte unser Bus in Iquique eintreffen. Als wir es nicht wirklich gebrauchen konnten, waren wir aber eine Stunde schneller und so klingelten wir bereits kurz nach 4 Uhr bei unserem Hostel für den nächsten Tag, in der Hoffnung, dass wir vielleicht in der Lounge oder einfach an einem Tisch ein Plätzchen zum Warten finden. Der Taxifahrer machte uns keine grossen Hoffnungen und wartete mit uns, da die ältere Dame psychisch wohl etwas angeschlagen sei. Freundlich öffnete eine hexenartige Gestalt dann die Eingangstüre und wir durften unser Gepäck sogar neben ein Sofa stellen. Wir selbst mussten das Gebäude jedoch wieder verlassen und das traumhaft wirkende Sofa verschwand hinter der geschlossenen Türe. Morgens um 4 Uhr, in einer fremden Grossstadt in Chile, auf dem Boden vor dem Hotel zu schlafen, stand definitiv nicht auf meiner „To-do-Liste“. So gönnte sich nur Lara noch ein bisschen Schlaf während ich trotz verpasster RS auch einmal Wache halten konnte. Am Morgen fanden wir dann eine tolle Fussgängerzone, die richtig Ferienfeeling vermittelte. Der Strand erinnerte uns jedoch mehr an eine Robbenkolonie, so eng lagen die Leute beieinander und es hatte mehr Strandverkäufer als wir je zuvor an einem Ort gesehen haben und wir waren immerhin schon am Ballermann auf Mallorca.

Arica, eine weiterer Strandort im Norden Chiles war unser nächster Stopp. Wir gönnten uns noch einmal einen Strandtag bevor es wieder zurück in die Anden und somit in kältere Gefilde ging. Auf dem Weg zurück nach Bolivien, wollten wir uns noch den Lauca Nationalpark in Chile ansehen. Gemäss Reiseführer war Putre der ideale Ausgangsort dafür. Schade, hatten viele Reisebüros wegen der Nebensaison noch geschlossen oder waren für Tage ausgebucht. So sassen wir am nächsten Tag bereits wieder im Bus und genossen einfach so die Fahrt durch die tolle Umgebung.