Halong Bucht & Hanoi – von Larissa

Wer zum Teufel ist Paul??? Don’t worry, ihr werdet es weiter unten ausführlich von Mike erfahren. Zuerst erzähle ich euch aber noch kurz etwas über unsere letzten zwei Destinationen in Vietnam. Wahnsinn wie schnell die Zeit in diesem Land wieder verflogen ist.

Via Haiphong sind wir mit dem Schiff auf die Insel Cat Ba gelangt. Sie ist für uns der Ausgangspunkt, um die berühmte Halong Bucht und die noch etwas weniger bekannte Lan Ha Bucht zu besichtigen. So machten wir einen eintägigen Bootsausflug in die Meereslandschaft und es wurde definitiv zu einem der Highlights in Vietnam. Über 3000 majestätische Kalksteininseln erheben sich aus dem Wasser und es sieht einfach nur fantastisch aus. Es hat hunderte von kleinen, absolut einsamen Stränden und nur zu gerne wären wir auch in den Genuss gekommen, dort zu verweilen, zu schwimmen und zu schnorcheln. Da das Wetter jedoch zu kalt war, mussten wir diesen Part leider streichen. Jedoch brachte das nicht ganz optimale Wetter auch seine Vorteile mit sich. Statt den erwarteten Touristenscharen, präsentierten sich die Buchten sehr ruhig und wir genossen den Tag in vollen Zügen.

Unser letzter Stopp in Vietnam war dann die Hauptstadt Hanoi. Wie in den meisten asiatischen Städten, ist es hier hektisch, chaotisch und schmutzig. Es wird gehupt was das Zeug hält und man muss stets aufpassen, dass man nicht überfahren wird. Um dem pulsierenden Strassenleben der Altstadt folgen zu können, braucht man alle Sinne. Es wird immer und überall gekocht und mit Waren gehandelt und die Gehsteige, welche zusätzlich mit Rollern zugeparkt sind, werden zu einem echten Hindernissparcour. Für uns sind die Aufenthalte in den grossen Städten immer etwas anstrengend und wir freuen uns nach zwei Tagen der Hektik umso mehr auf unser nächstes Abenteuer im Süden von Thailand. 😉

 

 

Who the f*** is Paul? – von Mike

Für unser kleines Rätsel haben wir keine wirklichen Lösungsvorschläge erhalten, also lösen wir einfach auf. Der Fehler? Welcher nur halbwegs vernünftige Mensch fährt solche Passstrassen nicht mit einem Motorrad??? Wir gehören nicht dazu! 😉

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Da wir unseren Lieben zu Hause (vor allem unseren Müttern) nicht zu viele Sorgen bereiten wollten, haben wir diese Info etwas zurück gehalten. Aber ja, wir waren in Vietnam 25 Tage mit dem Motorrad unterwegs. Wie wohl vielen aufgefallen ist, hatte ich den Spass an den Busfahrten etwas verloren. Was zuerst nur eine „blöde“ Idee war, wurde in Ho Chi Minh relativ kurzfristig sehr ernst. Nach etwas Recherche haben wir am 23. Dezember die erste Probefahrt bei einer empfohlenen Werkstatt absolviert. Wir waren uns zuerst nicht ganz sicher, ob das wirklich die Werkstatt sein kann, denn es sah mehr aus wie ein kleiner Schrottplatz, wo eine Bombe eingeschlagen hatte. Wir wollten nichts überstürzen und probierten am 24. Dezember noch einige andere Motorräder, zudem musste eine Lösung für unser Gepäck gefunden werden. Nach reiflicher Überlegung und etwas Zusprechen war auch Lara total begeistert von der Idee und wir entschieden uns für das erste Motorrad, eine waschechte Vemvipi! Ich habe noch nie etwas von dieser Motorradmarke gehört… 😉 Wir tauften ihn Paul. Paul hat 110 ccm und vier Gänge, ist luftgekühlt und gefühlte 10 PS stark. Er sollte uns und unser Gepäck also rund 2’500 km durch Vietnam führen. Pünktlich zu Weihnachten ging Paul am 25. Dezember für 280 US-Dollar in unseren Besitz über, ein „Gepäcksystem“ gab es gratis dazu.

Probe packen war angesagt! Wir montierten unsere drei Rucksäcke (rund 40 kg) und fuhren einmal ums Quartier. Nach den ersten Metern wollte der temperamentvolle Paul schon beinahe aufs Hinterrad, das Gepäck war zu schwer und wir hatten definitiv zu wenig Gewicht auf dem Vorderrad. Der Mechaniker bot uns dann an, ein Gepäckstück zu einem Mechanikerkollegen in Hanoi zu senden. Es war mit etwas Risiko verbunden, aber wir hatten keine grosse Wahl. So packten wir schnell um und reduzierten unser Gepäck auf immer noch stolze 25 kg – wir haben definitiv zu viel dabei! Paul fühlte sich nun aber besser an und wir wurden freundlicherweise noch aus dem Chaos von Ho Chi Minh begleitet, bevor wir im Chaos auf dem Highway allein gelassen wurden. Wir kamen aber immer besser in Fahrt und gegen Abend hatten wir endlich die Stadt hinter uns gelassen und genossen die Freiheit auf zwei Rädern.

Welche Orte wir besucht haben, konntet ihr im Blog ja bereits lesen. Wir haben dies alles einfach per Motorrad gemacht. Die Motorräder sind qualitativ natürlich nicht mit unseren zu vergleichen, jedoch sind sie sehr populär und in jedem kleinen Dorf hat es einen Mechaniker der praktisch sämtliche Ersatzteile an Lager hat. Nach etwas über 1’000 km mussten wir diesen Service das erste Mal in Anspruch nehmen, denn Paul machte keinen Mucks mehr. Schnell wurden wir von freundlichen Helfern zum nächsten „Hon Da“ Händler gebracht, dieser tauschte die Lichtspule innerhalb 20 Minuten und für CHF 2,20 – wir waren wieder „on the road“. Rund 280 km später hatten wir bei der Auffahrt zum Hai Van Pass noch einmal etwas zu kämpfen. Nachdem ein Café kurzerhand zum Motorradworkshop umgekrempelt wurde und einige Teile ausgewechselt wurden, schafften wir den Aufstieg im dritten Anlauf. 😉 Nach einem grösseren Service wurden noch einige kleine Mängel behoben und Paul brachte uns ohne weitere Zwischenfälle mit einer berauschenden Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 50 km/h nach Hanoi. Wir waren sehr zufrieden mit ihm, andere Biker kämpften beinahe alle 200 km mit Defekten.

Vietnam mit dem Motorrad zu bereisen, war definitiv ein Abenteuer. Wir kamen weit weg von den üblichen Touristenpfaden und waren teils mehrere Tage im vietnamesischen Hinterland unterwegs. Es ging an herrlichen Küstenstrassen entlang oder in die Berge bis 2’000 Meter über Meer. Am meisten genossen wir jedoch die Freiheit, selbst mobil zu sein. Keine Wartezeiten an den Busstationen, keine Buchungen tätigen und einfach anhalten und weiterfahren wie und wo es einem passt – welch ein Luxus!

Obwohl es im Norden immer kühler und ungemütlicher wurde, erfasste uns die Wehmut, weil die letzten Meter von unserem Abenteuer nahten. Wir sind aber froh, konnten wir Paul an einen anderen Reisenden weiterverkaufen, den Weg zurück nach Ho Chi Minh kennt er ja bereits. Insgesamt kostete uns das ganze Motorradabenteuer rund CHF 175.- und es war jeden Rappen wert. Paul war ein Guter, wir werden ihn vermissen!

PS: Unser Gepäck ist nach ca. 3 Stunden suchen und warten in Hanoi aufgetaucht, yessss!

 

30 Tage Vietnam – von Beiden

Vietnam ist landschaftlich sehr schön und wir genossen die Abwechslung zwischen Bergen und Küsten. Das Land ist geprägt durch seine Geschichte, welche tragisch und beeindruckend zugleich ist. Die Preise für Unterkünfte und Essen sind beinahe unschlagbar und die Menschen extrem hilfsbereit. Leider war das Wetter etwas wechselhaft und im Norden ziemlich kalt, trotzdem hatten wir eine echt tolle Zeit und unser Motorradabenteuer macht dieses Land für uns zu einem besonders speziellen Erlebnis.