Puno & Arequipa – von Mike

Weiter ging es dem Titicacasee entlang, aber dieses Mal auf peruanischer Seite. Wir stoppten in Puno, um uns die „floating islands“ anzusehen. Die Menschen pflegen ein traditionelles Leben auf dem See. Mit übereinander geschichtetem Schilf, erstellen sie Inseln, die Ihnen als Grundlage zum Leben dienen. Die Inseln würden theoretisch einfach auf dem Wasser treiben, werden jedoch mit langen Pfählen festgemacht. Auch die selbstgemachten Boote, Häuser etc. sind aus Schilf gefertigt und die Kinder knabberten genüsslich, wie könnte es anders sein, an frischem Schilf. Die andauernden kühlen Temperaturen zwangen uns übrigens zum Kauf von Wintermütze und Handschuhen!

Quer über die halben Anden führte unsere nächste Busfahrt nach Arequipa. Die Stadt ist wohl eine der schönsten in Peru und hat wegen der einst spanischen Besetzung viele eindrückliche Bauten. Leider hatten wir etwas Wetterpech und konnten die drei umliegenden Vulkane nie erkennen. Dafür blieben wir beim zweitägigen Trekking in den Colca Canyon mehrheitlich trocken. Der Canyon ist einer der tiefsten der Welt. So verbrachten wir den ersten Tag mit hinabsteigen, begleitet von riesigen Kondoren (grösster Vogel in Südamerika). Zum Glück waren wir sehr müde von der Wanderung, ansonsten hätten wir im sehr spärlich eingerichteten Bungalow wohl nicht so gut geschlafen. Um 5 Uhr Morgens ging es dann bereits wieder los. Von nun an ging es nur noch bergauf. Insgesamt kämpften wir uns drei Stunden wieder aus dem Canyon hinaus und legten ganze 1’000 Höhenmeter zurück. Mit letzten Kräften schleppten wir uns zu unserem wohlverdienten Frühstück! 😉

 

Cusco und das heilige Tal – von Larissa

Per Nachtbus erreichten wir die Touristenstadt Cusco, welche früher das Epizentrum der Inkas war. Die Stadt liegt auf 3’400 Metern über Meer und überzeugte uns mit schöner Architektur, guten Restaurants, den engen Gassen und natürlich seiner Umgebung. Während unseres Aufenthaltes erkundeten wir die naheliegenden Ruinen, machten einen Ausflug ins heilige Tag mit interessanten Inka Hinterlassenschaften, den runden Anbauterrassen, beeindruckenden Salzsalinen und malerischen Dörfern. Natürlich machten wir auch von den günstigen Massagen Gebrauch, welche hier an jeder Ecke angeboten werden.

Der Hauptgrund, warum jedoch tagtäglich tausende von Touristen nach Cusco reisen, ist aber ganz klar Machu Picchu! Da in der Andenregion momentan Regenzeit ist, und sich diese ziemlich bemerkbar macht, entschieden wir uns gegen eine mehrtägig geführte Wanderung und organisierten unsere eigene Tour. 😉 Per Bus fuhren wir auf schwindelerregender Höhe durch windige Strassen bis nach Hydroelectrica. Von da aus war es noch ein 10 km Marsch entlang den Bahngleisen bis nach Aguas Calientes, dem eigentlichen Ausgangspunkt für Machu Picchu. Am nächsten Morgen brachen wir, wie so viele, frühmorgens auf und nahmen den steilen Aufstieg in Angriff. Als wäre die Anstrengung nicht genug gross gewesen, ging es aber mehr oder weniger gleich weiter auf den Machu Picchu Montana. Der Aufstieg war hart und ich wünschte, ich könnte euch jetzt von einer grossartigen Aussicht berichten. Stattdessen waren wir aber vom Nebel umzingelt und man konnte nur erahnen, wie wundervoll die Sicht hier oben sein muss. Unsere gute Laune verloren wir deswegen jedoch nicht und machten uns frühzeitig auf den Rückweg nach unten zur eigentlichen Attraktion. Da wir den ganzen Tag Zeit hatten, tranken wir erst mal ein Kaffee und warteten auf besseres Wetter. Und es kam gut! Am Nachmittag präsentierte sich Machu Picchu von seiner schönsten Seite und wir erkundeten wohl jede Ecke dieses wundervollen Platzes. Was für eine magische Stätte! Beim Rückweg nach Cusco gönnten wir uns dann den luxuriösen (und völlig überteuerten) Zug. Die Fahrt entlang des Flusses zwischen den nebelverhangenen Bergen war aber auch wirklich toll.

Kaum zurück in Cusco, wartete bereits ein weiteres Highlight auf uns: die Rainbow Mountains! Sie sind für Touristen erst seit wenigen Jahren eine Attraktion, denn sie liegen auf 5’000 Metern über Meer und man vermutet, dass sie erst durch die globale Erderwärmung und somit dem Schneeschmelzen zum Vorschein kamen. Um die farbigen Berge zu erreichen, stand aber erneut eine zähe Wanderung an. Das Wetter sah für die ganzen nächsten Tage immer noch ziemlich übel aus und wir überlegten hin und her, ob wir uns unter solchen Bedingungen wirklich den Strapazen und dem Risiko, statt farbige Berge nur Schnee zu sehen, stellen sollten oder nicht. Wir entschieden uns schlussendlich dafür und starteten unsere Tour um 4.30 morgens. Für drei Stunden sassen wir im Minibus und wurden an den Startpunkt der Wanderung chauffiert. Die Luft über 4’000 Metern über Meer war bereits spürbar dünn und der schlammige Weg erschwerte das Gehen zusätzlich. Unsere Motivation war aber hoch und wir erreichten den Aussichtspunkt auf 5’150 Metern erstaunlich gut, ohne Nasenbluten, Erbrechen oder künstliche Sauerstoffversorgung. ;-P Der eisige Wind, der uns zum einen im Gesicht brannte, war gleichzeitig unser Glück, denn er vertrieb den hartnäckigen Nebel und die farbigen Berggipfel kamen zum Vorschein. Der Anblick war einfach nur gigantisch! Überzeugt euch selbst. 😉