Die letzte Etappe – von Larissa

Vom Red Centre aus ging es für uns weiter in den sehr trockenen Ort Coober Pedy. Auch wenn es sich hier nicht gerade um den schönsten Fleck der Welt handelt, so hat diese Gemeinde trotzdem jede Menge Interessantes zu bieten. Coober Pedy ist nämlich die Opal Hauptstadt der Welt und ist somit die grösste Quelle dieser Edelsteine. Über 80 Prozent aller Opale werden in dieser Umgebung gefunden. In dem Wüstenstädtchen leben etwa 3000 Einwohner, die aus mehr als 40 Nationalitäten zusammengewürfelt sind. So mancher versuchte hier sein Glück und jagte dem grossen Traum hinterher, eines Tages auf den grossen Edelstein zu stossen und reich zu werden. Natürlich haben auch wir zur Schaufel gegriffen, blieben leider aber erfolglos. 😉

Typisch für Coober Pedy sind aber nicht nur die Opale, sondern auch, dass die halbe Bevölkerung in unterirdischen Häusern, sogenannten dugouts lebt. Der Grund dafür ist die extreme Sommerhitze, denn die Temperaturen in den dugouts bleiben rund ums Jahr bei circa 24 Grad. Ziemlich praktisch eigentlich. Ausserdem soll Coober Pedy geologisch gesehen einer der beständigsten Gesteine der Welt haben, nur so ist es sicher, unter der Erde zu leben. Sogar Kirchen, Hotels und Cafés wurden in den Boden gegraben, was echt aussergewöhnlich zu sehen war.

Auch die Umgebung rund um Coober Pedy war, wie nirgends sonst wo. The Breakaways, wie es genannt wird, ist eine kuriose und zugleich faszinierende Landschaft, seht es euch am besten selbst auf den Bildern an. Etliche bekannte Filme wurden wegen des skurrilen Szenarios bereits hier gedreht. Nicht allzu weit weg, steht dann noch der 5‘300 km lange Dog Fence, der länger ist als die Chinesische Mauer und Dingos von den Schaffarmen im Süden fernhalten soll.

Von Coober Pedy aus entschieden wir uns dann sehr spontan noch für einen weiteren Offroad Trip. Wir können wohl einfach nicht genug kriegen. ;-D Der Oodnadatta Track führte uns 450 km über einen relativ gut befahrbaren Weg durch abgelegene, einzigartige Landschaften. Wir empfanden die teilweise endlosen Wüstengebiete so „langweilig“, dass es gleichzeitig wieder spannend war und wir bereuten diesen Abstecher keines Falls. Immer wieder aufs Neue sind wir von den Weiten dieses Landes beeindruckt.

Von solch einem kahlen Terrain gelangten wir mehr oder weniger direkt ins Grüne des Flinders Ranges Nationalparks. Der Park war ein echter Kontrast zur vorherigen Landschaft und erinnert irgendwie an ein Märchenwald voller Eukalyptusbäume. Überall, wirklich überall hüpfen Kängurus und Wallabys herum. Gruppen von Emus überqueren die Strassen und man hat wirklich den Eindruck, als wäre die Welt an solch einem Ort noch in Ordnung.

Unserem letzten australischen Nationalpark, dem Grampians-Nationalpark kurz vor Melbourne schenkten wir dann nicht mehr allzu viel Zeit, obwohl auch er definitiv seine Berechtigung hat. Die Temperaturen hier im Süden sind mittlerweile jedoch ganz schön frisch (es ist ja nun Winter) und das Campen war nicht mehr allzu gemütlich. In Melbourne schloss sich unser Kreis schliesslich und es fühlte sich beinahe an, als kämen wir nach Hause! 😉

 

 

Facts and figures – von Mike

Nachdem wir unser Auto bereits zwei Wochen im Internet ausgeschrieben hatten, mussten wir einsehen, dass wir nicht zu den ganz Glücklichen gehören, die das Auto zum Kaufpreis wieder los werden. Obwohl wir den Preis bereits zwei Mal deutlich reduzierten, hatten wir nicht eine einzige Anfrage erhalten und auch unsere Flyeraktion in den Backpackern Melbournes, blieb ohne Reaktion. Wir sahen uns also gezwungen, einige Garagen in Melbourne anzufahren und Offerten für unseren geliebten Nissan einzuholen. Typisch Schweizerisch verpassten wir unserem Gefährt aber erst einmal eine gründliche Wäsche und polierten was das Zeug hielt. Nur der feine, rote Staub der in allen Ecken hockte, deutete auf unsere Offroad Abenteuer hin. Der erste Händler bot uns gerade einmal 1/4 von unserem Kaufpreis. Alles was beim Kauf noch hoch angepriesen wurde, wurde auf einmal gegen unser Auto verwendet. Die Angebote wurden zwar noch etwas besser, aber der Tag sollte ernüchternd enden. Zum Glück durften wir wieder bei der Familie Achermann wohnen. So hatten wir es zumindest am Abend immer lustig und konnten die Sorgen (die ja nicht wirklich welche waren) bei einem Glas Wein und köstlichem Schweizer Essen vergessen. Zudem wurde es bei 3 Grad Nachttemperatur im Auto doch eher unbequem. Herzlichen Dank noch einmal! 😉

Neue Hoffnung schöpften wir, als sich tatsächlich jemand auf unsere Anzeige meldete. Wir vereinbarten einen Termin für Sonntag Morgen. Am Abend erhielten wir die Zusage und am Montag wurde unser treuer Nissan abgeholt. Genau, auf einmal ging alles sehr schnell! Mit den 30 % Wertverlust können wir gut leben, denn ein Mietauto in Australien für mehrere Monate, kostet ein halbes Vermögen. Da liegt sogar ein neuer Kühler im Budget! 😉

Neben den unzähligen Naturwundern, faszinierte uns vor allem die endlose Weite Australiens. Es ist ja auch in der Schweiz bekannt, dass Australien etwas grösser ist. Trotzdem ein paar Zahlen zum Vergleich, damit ihr euch das Ganze etwas besser vorstellen könnt:

  • Die Schweiz passt rund 205-mal in die Fläche Australiens.
  • In etwas mehr als drei Monaten, legten wir eine Distanz von 20’384 km per Auto zurück. Der Erdumfang am Äquator beträgt 40’070 km – wir fuhren also um die halbe Welt.
  • Auf einem Quadratkilometer leben bei uns Durchschnittlich 202 Menschen. In Australien sind es gerade einmal 3.
  • Aufgrund unseres ökologischen Fussabdrucks, werden wir kurzfristig wohl nicht Greenpeace beitreten. Unser Nissan verbrannte stolze 1’334 Liter Gas und 2’396 Liter Benzin.

 

100 Tage Australien – von Beiden

Australien war für uns bereits etwas Besonderes vor dieser Reise, denn unabhängig voneinander, waren wir vor sechs Jahren an der Ostküste und wir wussten, dass wir zurückkehren werden, um die Westküste und das Outback zu erkunden. Fasziniert von den endlosen Weiten, der vielfältigen Tierwelt, der atemberaubenden Natur und nicht zuletzt von den stets offenen und hilfsbereiten Australiern, fühlten wir uns in diesem Land schon fast wie zu Hause. Wären die Einreisebestimmungen nicht immer strikter, müssten sich unsere Mütter womöglich Sorgen machen. Das Leben auf dem Kontinent ist einfach friedlich und jeder hat mehr als genügend Platz, um sich zu verwirklichen. WE WILL COME BACK ONE DAY!