Küste und Grossstadt – von Larissa

Nach 16,5 Stunden Busfahrt kamen wir endlich an unserem Ziel an. Als Erstes tauschten wir unsere warmen Kleider gegen Shorts und T-Shirt, denn Huacachina, wie sich der Ort nennt, liegt nahe an der Küste und der Temperaturunterschied zu Cusco war enorm. Die Region ist total unterschiedlich zu der, die wir bis jetzt gesehen haben und wir staunten nicht schlecht, als wir die Lagune entdeckten, welche von riesigen Sanddünen umgeben ist. Sind wir wirklich noch im selben Peru, wie vor einigen Stunden? Mike strahlte bis über beide Ohren und konnte nicht genug oft erwähnen, wie gerne er sich in der Wärme befände. Mir war es bei 33 Grad natürlich schon wieder zu heiss (man sagt, ich sei ein bisschen temperatursensibel). ;-D

Wirklich viel gemacht haben wir in Huacachina nicht, aber nach den ganzen Wanderungen tat das gerade sehr gut. Jeden Tag assen wir im selben kleinen Restaurant, welches uns beiden sehr zusagte. Und nebst dem „sandboarding“ in den Dünen, liessen wir uns eine kleine Weindegustation nicht entgehen. Die Region ist bekannt für seine guten Trauben und natürlich auch für den peruanischen „Pisco“. Geschmeckt hat’s.

Weiter ging es dann nach Paracas. Hier treffen die trockenen Ebenen auf die Küste und geben ein tolles Bild ab. Wir machten einen Bootsausflug zu den nahe gelegenen Islas Ballestas, welche die Heimat von hunderten von Seelöwen und unzähligen Vogelarten sind. Böse Zungen nennen die Inseln auch „the poor man’s Galapagos“. So viel zu unserem Budget. ;-P

Von Paracas zogen wir weiter in die Hauptstadt von Peru, Lima. Obwohl wir von Lima bereits viel Schlechtes gehört hatten, waren wir von der Stadt ziemlich positiv überrascht. Gewohnt haben wir im Stadtteil Miraflores, welcher zu den gehobeneren Gebieten gehört. Von den gepflegten Parks, hat man hier eine tolle Sicht auf das Meer. Zudem hat beinahe jede peruanische Stadt einen Hauptplatz namens „Plaza de Armas“, so natürlich auch Lima. Der Platz ist umgeben von schönen Bauten aus der Kolonialzeit und die angrenzende Fussgängerzone bietet einige gute Geschäfte und Restaurants. Wir finden es immer wieder interessant, dem unglaublich lebendigen Geschehen auf den Strassen zuzuschauen. Da geht was! Leider ist es immer sehr schwierig, dies in Fotos festzuhalten und meistens lassen wir unsere Kamera auch in der Unterkunft. Obwohl wir uns bis jetzt eigentlich nie unwohl gefühlt haben, muss man immer auf der Hut sein. So wenig als möglich, so viel wie nötig, lautet unser Motto in Südamerika.

 

 

Glück im Unglück, Überschwemmungen in Peru – von Mike

Von Lima ging es zurück in die Anden. Huaraz liegt auf 3’000 Meter über Meer und hat sich in den letzten Jahren zu einem Anziehungspunkt für Touristen entwickelt. In der Umgebung befindet sich der Nevado Huascarán, mit 6’768 m der höchste Berg Perus. Daneben scheint unsere Dufourspitze mit 4’634 m eher klein. Die Landschaft eignet sich mit den Bergen, Seen und Gletschern also hervorragend zum Wandern. So schnürten wir ein weiteres Mal unsere Wanderschuhe und marschierten zum Gletscher Pastoruri und am nächsten Tag zu der Lagune 69. Beides lag wieder oberhalb von 5’000 m und liess unsere Lungen mächtig pumpen. Am Ziel wurden wir aber jeweils mit einer spektakulären Aussicht und türkisblauen Bergseen entschädigt. Da in Peru momentan Regenzeit herrscht, wurden wir zwischendurch immer mal wieder von Regen oder sogar Schnee erwischt. Der Regen sollte aber erst später zu einem wirklichen Problem werden…

Zurück an der Küste verbrachten wir etwas ruhigere Tage in Trujillo (merci für die wertvollen Tipps Dave!). Wir legten einen Strandtag ein und besuchten die Chan Chan Ruinen, die einmal die Hauptstadt des präkolumbianischen Chimú Reiches war. Um die lange Busfahrt in den Norden Perus aufzuteilen, stoppten wir für zwei Nächte in Piura. Wir hatten gehört, dass es in der Umgebung in den vergangenen Tagen viel regnete, hätten wir gewusst was uns erwartet, wären wir aber wohl im Bus sitzen geblieben! Direkt vor der Busstation standen wir knietief im Wasser. Die Menschen halfen sich gegenseitig über die Strasse und man musste aufpassen, dass man im strömenden Wasser nicht das Gleichgewicht verlor. Die sonst an jeder Ecke lauernden Taxis, hatten ihren Dienst längst eingestellt und so blieb uns keine andere Wahl, als die Hosen hinauf zu krempeln und durch das Wasser zu waten. Piura hiess uns nicht gerade Willkommen und wir waren heilfroh, als wir nach einer Stunde und 2 km im Dunkeln durch Regen, Wasser und Schlamm endlich in unserer Unterkunft ankamen. Ebenso froh waren wir, als wir zwei Tage später wieder an der Busstation waren, denn Piura hat nicht wirklich viel zu bieten. Leider verschoben sich die Regenfälle in der Zwischenzeit nach Süden und richteten riesige Schäden an. Brücken wurden unterspült und stürzten ein, Busse wurden von den Fluten mitgerissen und viele Leute verloren in den Schlammlawinen ihr Leben. Dass unser Bus annulliert wurde, war also definitiv ein kleines Übel und nach kurzer Zeit fanden wir auch schon eine Alternative, um zum Surfort Mancora zu gelangen. Auf dem Weg dorthin staute sich der Verkehr ein paar Mal, weil die Strassenbedingungen sehr schlecht waren und teils unter Wasser standen. An einer Flussüberquerung hatte sich eine grosse Menschenmenge gebildet und wir erfuhren, dass der amtierende Präsident von Peru sich gerade die Schäden vor Ort ansah, bevor er per Helikopter davon flog. Wir waren also mittendrin, aber hatten riesiges Glück, dass wir immer irgendwie durchkamen.

In Mancora liessen wir dann die Seele baumeln und quartierten uns in einem Hostel direkt am Strand ein. Meer, gutes Essen, Drinks, Pool und Hängematten, was wünscht man sich mehr?!

 

 

30 Tage Peru – von Beiden

Die Vielfältigkeit Perus hat uns wirklich sehr positiv überrascht. Kahle Küstengebiete, riesige Berggipfel, dichter Dschungel oder entspannende Strandtage, atem(be)raubende Wanderungen, actiongeladene Abenteuer und eine geschichtsträchtige Vergangenheit – Peru hat einfach alles! Die Menschen sind auch stolz auf diese Diversität und empfehlen jeweils etliche Orte, die man unbedingt besuchen sollte. Viele Menschen besitzen nicht viel, aber die Solidarität untereinander ist riesig und es wird sich gegenseitig geholfen wie wir (leider) selbst miterleben konnten.