Mandalay – von Larissa

Die holprigen Strassen des Landes, sowie die wilden Fahrstile der Leute kennen wir ja bereits. Also entschieden wir uns, per Schiff von Bagan nach Mandalay zu gelangen. Das Schiff legte um 5.30 Uhr morgens los und wir konnten einen wunderschönen Sonnenaufgang vom Wasser aus geniessen. Nach einer 11-stündigen Fahrt auf dem Irrawaddy Fluss, dem grössten Fluss in Myanmar, waren wir nicht unglücklich, als wir endlich in Mandalay ankamen. Auf der Ladefläche eines kleinen Pick-ups wurden wir zur Unterkunft gebracht.

Am folgenden Tag mieteten wir wieder einmal einen Roller um die umliegenden Sehenswürdigkeiten flexibel zu erreichen. Bereits nach der ersten Kreuzung war ich mir nicht mehr ganz so sicher, ob das eine gute Idee war. Der Verkehr in Mandalay ist wohl noch schlimmer als in Yangon. Kreuz und quer tummeln sich hupende Autos, hunderte von Roller, Menschen sowie Hunde auf den staubigen Strassen herum. Und es scheint, als würden die Burmesen keine Verkehrsregeln kennen. In Myanmar herrscht Rechts-Verkehr, jedoch ist das Steuer der Fahrzeuge mal links und mal rechts platziert, was speziell die Überholmanöver noch gefährlicher macht.

Naja Augen zu und durch! Wohl verstanden, ich bin immer nur Mitfahrerin, nie im Leben würde ich mich trauen in solch einem Gewühl selbst zu fahren. Frau ist jedoch klar im Vorteil, einen erfahrenen Motorradfahrer als Freund zu haben, Mike hat es schlussendlich ganz gut gemanagt. 😉

Zu Fuss überquerten wir dann die längste Teakholzbrücke der Welt und besuchten die einstige Hauptstadt Inwa. Nach den anderen klassischen Sehenswürdigkeiten, genossen wir vom 232 m hohen Mandalay-Hill die letzten Sonnenstunden des Tages. Auf dem Berg hatte es viele junge Mönche, welche mit ihrem Basic-Englisch gerne über ihre interessante Lebensweise Auskunft gaben.

 

 

Pyin Oo Lwin & Hsipaw – von Mike

Das „shared taxi“ konnten wir von Mandalay nach Pyin Oo Lwin für uns alleine beanspruchen. Jedoch hatten wir bereits nach den ersten Metern das Gefühl, dass unser Fahrer sehr unsicher unterwegs ist. Da auf dem Beifahrersitz noch ein zweiter, etwas älterer Herr sass, der immer wieder mit ihm redete, reimten wir uns zusammen, dass dies der Fahrlehrer sein muss. Komisch wurde es dann, als genau dieser „Fahrlehrer“ sich verabschiedete. Unser Gefühl täuschte uns leider nicht. Nach einigen haarsträubenden Manövern versuchten wir unserem Möchtegern Schuhmacher klar zu machen, dass er doch bitte langsamer fahren soll und Überholmanöver auf unübersichtlichen, engen Passagen nicht unbedingt zwingend sind. Er nickte freundlich und fuhr weiter wie der Henker himself!

Anhand den Fingerabdrücken von Lara in meinem Oberschenkel, hatten wir genug Adrenalin für den Moment. Den restlichen Tag erkundeten wir Pyin Oo Lwin gemütlich mit dem Fahrrad. Beim Nachtessen hauten wir mal richtig auf den Putz und gönnten uns Suppe, Salat und Hauptspeise auf dem Markt. Dies Schlug mit sage und schreibe 75 Rappen (!!!) zu buche. Nein, nicht pro Person, sondern Total! Ich hätte mich an diesem Abend beinahe in Myanmar frühpensionieren lassen…

Die nächste Reise nach Hsipaw nahmen wir dann per Zug in Angriff. Am meisten Hektik war, als der Zug eintraf. Was alles an Material von Hand ein- und ausgeladen wurde, liess uns staunen. Der Höhepunkt der Strecke war das „Gokteik Viadukt“. Gemäss Wikitravel: „A masterpiece of British Engineering.“ Da die Züge in Myanmar nicht gerade an den TGV erinnern, brauchten wir für die 150 Km insgesamt 7 Stunden. In Hsipaw gingen wir wieder unter die Wanderer und besuchten auf eigene Faust einen schönen Wasserfall. Die grösste Herausforderung dabei waren die Wasserbüffel der Bauern die am Weg stationiert wurden um zu grasen. Natürlich nicht frei, nein! Mit einem kleinen Stock im losen Untergrund wurden die paar hundert Kilo im Zaun gehalten. Die Bauern hatten auf jeden Fall ihren Spass uns zuzusehen.

Die Rückfahrt nach Mandalay per Bus war dann wieder weniger spassig. Unsere Banknachbarin liess sich ihr Frühstuck nochmals durch den Kopf gehen. Auch Ihre Zwischenverpflegung (Pommes Chips) trug nicht zur Besserung bei und die berühmten Plastiktüten wurden fleissig verwendet – ihr wisst wie ich das liebe und vertrage!

 

 

21 Tage Myanmar – von Beiden

Mit jedem Tag fühlten wir uns wohler im Land. Nach dem ersten Kulturschock merkten wir schnell wie freundlich und hilfsbereit die Menschen in Myanmar sind. Man wird als Gast gesehen und nicht als Tourist. Auch hatten wir nie das Gefühl, dass wir Angst um unsere Sachen haben müssen. Man sagt, wenn man in Myanmar verfolgt wird, dann zu 99 % weil man etwas vergessen / verloren hat und derjenige es zurück geben möchte. Myanmar war ja erst der Beginn unserer Reise, aber wir hatten den Eindruck, dass es noch das richtige Asien verkörpert und authentisch ist. Land und Leute sind sehr beeindruckend und auf jeden Fall eine Reise wert.