Von Driftdive, Cenoten und Traumstränden – von Larissa

Unsere Mexiko-Reise starteten wir im bekannten Ferienort Cancun, da die Flugverbindungen hierher einfach am preiswertesten waren. Da wir von mehreren Seiten jedoch gehört haben, dass man als Reisender Cancun zweifellos weglassen kann, übernachteten wir nur unsere erste Nacht dort. Am nächsten Morgen machten wir uns bereits auf den Weg nach Playa del Carmen. Playa del Carmen soll die kleine Schwester von Cancun sein und somit etwas ruhiger daher kommen. Der Ort war uns aber trotz schönem Meer nicht sehr sympathisch. Überlaufen von hauptsächlich amerikanischen und europäischen Feriengästen, grossen Hotelanlagen und Ladenketten, die mich mehr an LA erinnerten, als an Mexiko. Für unseren Geschmack also viel zu touristisch und wenig authentisch.

Relativ schnell zogen wir dementsprechend weiter auf die Insel Cozumel, welche eine gute Stunde von Playa del Carmen entfernt liegt. Die Insel ist hauptsächlich bekannt für sein umliegendes Riff, welches super zum Tauchen sein soll. Dass unsere erlernten Tauchkenntnisse nicht total einrosten, wollten wir uns die Unterwasserwelt hier nach langem wieder einmal anschauen. Der erste Tauchgang verlief jedoch nicht sonderlich erfolgreich. Mikes Brille füllte sich anfänglich mit Wasser, ich hatte das Gefühl, dass ich zuwenig Luft bekomme und es glich wohl eher einer Turnübung als einem relaxten Tauchgang. Beim zweiten Mal klappte es dann aber viel besser. Es war unser erster sogenannte „Driftdive“. Das heisst, man lässt sich mit der Unterwasserströmung entlang des Riffs treiben. Wir sind grossen Schildkröten begegnet, einem Rochen, Moränen und vielen anderen tollen Fischen. Noch am selben Tag mieteten wir einen Roller und erkundeten die Insel. In Südamerika bot sich diese Gelegenheit nie und wir merkten, wie sehr es uns gefehlt hat. Das Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit ist unbezahlbar. Wir kamen an wunderschönen einsamen Stränden vorbei und genossen den Tag in vollen Zügen, definitiv ein Highlight.

Weiter ging es dann nach Tulum. Wir quartierten uns im Städtchen selbst ein, welches nicht direkt am Meer liegt. Es ist nicht speziell charmant, hat jedoch einige gute Restaurants und diente uns als perfekte Ausgangslage, um alle umliegenden Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Wir besuchten die bekannten Mayaruinen von Tulum, welche mit deren Lage direkt auf den Klippen über dem türkisblauen Meer wirklich toll aussahen. Apropos Meer, seht es euch selbst an, die Strände hier sind wirklich atemberaubend. Da der Sand auf Korallen basiert, ist er so hell und hat den Vorteil, dass er nicht heiss wird. Ihr werdet eure Füsse hier also nie verbrennen. 😉

Natürlich machten wir auch einen Ausflug zu zwei Cenoten. Ehrlich gesagt hatte ich vorher noch nie etwas von diesem Begriff gehört. Ein Cenote ist ein Kalksteinloch, welches durch den Einsturz der Höhlendecke entstanden und mit Süsswasser gefüllt ist. Alleine rund um Tulum befinden sich über 1000. Interessanterweise findet man auf dem nördlichen Teil der Yucatan-Halbinsel wegen des porösen Kalkgesteins keine Flüsse auf der Erdoberfläche. Unterirdisch ist das Land jedoch von Wasserströmen und Cenoten durchlöchert und bildet das längste Unterwasser-Höhlensystem der Welt. Wir genossen die herrliche Erfrischung, schnorchelten im kristallklaren Wasser und bewunderten diese mysteriöse Unterwelt voller Stalaktiten und Stalagmiten.

 

 

Here and there, bloody gringos everywhere! – von Mike

Da uns Playa del Carmen etwas zu hektisch war, wurde uns von einem Spanier Mahahual empfohlen. Der kleine Strandort weiter südlich, nicht mehr weit von der Grenze zu Belize, war durchaus sehenswert. Das Meer traumhaft schön, mit vielen Bars, Restaurants und Hängematten im karibischen Wasser. Die Atmosphäre fanden wir aber etwas merkwürdig. Mahahual hat sich zum Touristenort entwickelt, weil es zu einem beliebten Zwischenstopp für grosse Kreuzfahrtschiffe wurde. In der Praxis sieht das dann wie folgt aus: In der Hauptsaison legen 1-2 grosse Schiffe Morgens am Pier an und die Touristen strömen in das kleine Örtchen, übersät mit Sitzgelegenheiten, Liegestühlen und Massageliegen. Gegen 16 Uhr müssen die Passagiere zurück aufs Schiff. Zurück bleibt eine riesige Infrastruktur praktisch ohne Menschen. Irgendwie war es dann ganz cool, alles für uns zu haben, auf der anderen Seite war es ein bisschen wie in einer Geisterstadt. Mit den gratis Fahrrädern von unserer Unterkunft machten wir uns am nächsten Tag auf zu einem Beachclub. Nach einer Stunde auf den unbequemsten Fahrrädern während unserer ganzen Reise, durch die brütende Hitze von Mexiko, waren wir glücklich, als wir endlich das schillernde Corona Schild am Eingang sehen konnte. Weniger glücklich machte uns die Tatsache, dass der Club nur für geladene Gäste war und wir gleich umkehren konnten. Wir und unser Arsch, waren ziemlich am Arsch.

Nach den salzigen Tagen am Meer, rief eine Süsswasserlagune etwas im Landesinnern – die Lagune Bacalar. Ein kleines Städtchen mit guten Restaurants, eine tolle Unterkunft und der Ausblick über die Lagune übertraf unsere kühnsten Erwartungen. In etwa 7 verschiedenen Blau- und Grüntönen strahlte das Wasser unter dem Sonnenlicht. Um etwas mehr von der Lagune zu sehen, unternahmen wir wieder einmal einen kleine Bootstour. Wie sich herausstellte, waren die Getränke inklusive und unsere australischen und neuseeländischen Tourkameraden waren bereits fleissig am bechern. „Gratis“ Drinks konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so war die Stimmung ziemlich ausgelassen. Der Schwefelhaltige Boden stank zwar zum Himmel, aber es soll gut sein für die Haut, deswegen schmierten sich alle gründlich damit ein. Die Lagune gefiel uns ausserordentlich und wir verbrachten einen super Tag mit noch mehr Cocktails am Abend. 😉

Der Tourguide empfahl uns zudem einen weiteren Ort an der Lagune aufzusuchen. Gesagt, getan und schon standen wir am nächsten Tag an einem Plätzchen, das bis jetzt unser Favorit in Mexiko ist. Die Lagune ist durch kleine Inseln getrennt und so formte sich an dieser Stelle wie ein kleiner Bach, mit traumhaft klarem und blauem Wasser. Wir verbrachten den ganzen Tag mit sonnen in der Hängematte und der Strömung entgegenlaufen um sich dann mittreiben zu lassen. Hard life!

Eine kleine Randbemerkung möchten wir der mexikanischen Ernährung widmen. Wir finden, dass es hier überproportional viele, sagen wir mal, korpulente Menschen gibt. Nachdem wir selbst schon fast einen Überdruss an Nachos, Tacos, Quesadillas, Burritos, Fajitas etc. haben, konnten wir miterleben, dass sich die Einheimischen diese Köstlichkeiten bereits beim Morgenessen zu unglaublichen Mengen in den Mund schieben – von nichts kommt nichts!