Jumping crocodiles und Alice Springs – von Mike

Müde von der kurzen Nacht, schleppten wir uns zu unserem Auto am Flughafen in Darwin. Unser Auto! Irgendwie war es auf einmal ein komisches Gefühl, dass wir ein eigenes Auto in Australien haben. Wir fühlten uns, wie wenn wir vom Urlaub zurück kehren würden. Schnell hatten wir uns aber wieder eingelebt und machten uns auf den Weg zu neuen Abenteuern. Ausnahmsweise mussten wir wieder einmal eine Tour buchen. Normalerweise meiden wir diese und versuchen möglichst viel auf eigene Faust zu sehen. Bei den Salzwasserkrokodilen waren wir auf einem soliden Schiff und sicherer Entfernung aber besser aufgehoben. Es war auf jeden Fall eindrücklich zu beobachten, wie schnell und hoch die Tiere aus dem Wasser springen, um die Beute zu fassen.

Die Sehenswürdigkeiten Richtung Alice Springs waren eher rar gesät. Irgendwie kam es uns aber gerade recht und wir waren froh, wieder einmal einen wirklichen Fortschritt auf der Landkarte sehen zu können. Alle zwei- bis dreihundert Kilometer hatte es ein Roadhouse mit einem mehr oder weniger amüsanten Pub. In den spezielleren Varianten hängen jeweils unzählige Fotos, Visitenkarten, Hüte, Geldscheine und sogar Unterhosen und BH’s. In den verlassenen Gegenden, macht man halt einfach das Beste mit dem zur Verfügung stehenden Material. Ein Stopp bei den Devils Marbels war natürlich Pflicht und uns gefiel der Ort mit den riesigen Felskugeln sehr gut.

Nach den Schauermärchen, die wir über Alice Springs gehört hatten, erwarteten wir eine alte Cowboysiedlung mit rotem Boden und vielen betrunkenen Aborigines. Zu unserer Überraschung fanden wir eine kleine, gepflegte Stadt mit nur einigen betrunkenen Aborigines. Bevor wir unser Auto in den üblichen 10’000 km Service bringen mussten, machten wir noch einen Abstecher zum MacDonnell Ranges Nationalpark. Dieser überraschte uns positiv mit wunderschönen Gegenden, tollen Wanderungen und Schluchten. Während wir im Norden wegen der Hitze im Auto kaum schlafen konnten, fielen die Temperaturen in Alice Springs in der Nacht schon wieder unter 10 Grad!

Ausser dem Riss in der Scheibe von einem Steinschlag, war mit unserem 1999er Nissan mit 345’000 km übrigens alles in bester Ordnung. Er ist ja auch erst eingelaufen und macht locker noch einmal so viele Kilometer, sagen jeweils die Australier. Ihr braucht euch also keine Sorgen machen… (gell Jasmin!) 😉

 

 

The Red Centre – von Larissa

Viele von euch verbinden den Ort Alice Springs mit dem bekanntesten Berg von Australien – dem Uluru (Ayers Rock). Dass dieser jedoch weitere fast 500 km entfernt liegt, ist vielen nicht bewusst. Es wäre ja nicht Australien ohne die endlosen Distanzen. Als hätten wir noch nicht genug Kilometer auf unserer Reise zurückgelegt, machten wir auf dem Weg zum Uluru natürlich zuvor noch den Abstecher zum Kings Canyon. Ehrlich gesagt, haben wir uns nicht allzu viel davon erhofft, obwohl er überall als sehr schön angepriesen wird. Wir haben mittlerweile aber so viele Schluchten und rote Felsen gesehen, dass wir ohne grosse Erwartung hingingen. Aber wer liebt es nicht überrascht zu werden? Die Wanderung war wohl eine der schönsten in Australien und überzeugte uns ein weiteres Mal mit beeindruckender Natur. Überrascht haben uns dann auch die lästigen Fliegen, aaahhhh da waren diese doofen Biester wieder!!! Aber dieses Mal rüsteten wir uns besser aus und die Fliegennetze über dem Kopf wurden zu unserem besten Freund. Und unser Mittagessen verlegten wir einfach kurzerhand ins Auto! Zum Glück sind diese nervtötenden Viecher bei uns in der Schweiz nicht in solchen Massen vertreten – 1 : 0 für die Heimat!

Am nächsten Tag war dann „the big ticket“ von Australien an der Reihe. Pünktlich zum Sonnenaufgang standen wir vor dem Uluru. Natürlich waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee, trotzdem war es in Australien noch nie der Fall, dass eine Sehenswürdigkeit total überlaufen war (ich denke an Angkor Wat in Kambodscha!!!). Der heilige Berg der Aborigines ist zweifellos ein Ort von grosser spiritueller Bedeutung und es war schon sehr imposant, eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens nun live vor sich zu sehen. Im Nichts steht er einfach so da! Wir umrundeten den Fels später zu Fuss und entschieden uns dann auch spontan noch hinaufzuklettern. Die Meinungen hierrüber sind geteilt. Die einen sagen, da der Berg heilig ist, solle man es nicht tun. Andere meinen, solange man sich angemessen verhält, sei es kein Problem. Der Aufstieg war anstrengender und länger als gedacht, belohnt wurde man aber alleweil. Den ganzen Stein mit all seinen Formen von oben und so nahe zu sehen, war fantastisch.

Als Drittes und Letztes im Red Centre standen dann noch die nahe liegenden Kata Tjuta, früher als die Olgas bezeichnet, auf dem Programm. Eine Reise zum Uluru wäre ja nicht komplett ohne die 36 rot-orangen Felskuppeln. Kata Tjuta stammt aus der Sprache der Aborigines und bedeutet „viele Köpfe“, was die Berggruppe gut beschreibt. Die imposanten Formationen bestaunten wir bei einer weiteren Wanderung. Natürlich auch hier begleitet von unzähligen Fliegen. Lasst euch nicht verunsichern, die Fliegennetze haben wir jeweils wirklich nur für die Fotos kurz und sehr ungern ausgezogen.

Von den vielen Eindrücken und dem Wandern waren wir dann am Abend ziemlich müde und verkrochen uns relativ früh in unserem Auto. Es ist ein komisches Gefühl, zu wissen, dass wir unser geliebtes Zuhause schon bald verkaufen müssen. Am liebsten würden wir es in die Schweiz verfrachten lassen. ;-P

PS: Lange Zeit haben wir den sogenannten Dornteufel gesucht (ja Mirco, seit Kalbarri ;-)). Beinahe hatten wir die Hoffnung aufgegeben. Und da fanden wir ihn – mitten auf der Strasse sonnte sich der kleine Kerl, dessen Körper komplett mit Stacheln überdeckt ist. Er dachte nicht daran, sich von seinem Sonnenplatz zu bewegen und so haben wir ihn vernünftigerweise etwas abseits der Strasse platziert.