Von Esperance nach Pemberton – von Mike

Die Strände in und um Esperance waren wirklich traumhaft und sind die Besten auf unserer bisherigen Reise. Wir wollten aber nicht immer nur am Strand liegen und so beschafften wir uns kurzerhand noch Schnorchel und ich gönnte mir ein Bodyboard. Kurze Zeit später konnte ich dann auch schon die ersten Wellen surfen und hatte mächtig Spass. Die Schnorchel wurden natürlich ebenfalls ausprobiert, aber zu sehen gab es nicht allzu viel. Dafür legte Lara einen haarsträubenden Sturz hin, der es in jedem Youtube Fail Video locker unter die Top 3 schaffen würde. Beim Verlassen des Wassers überholte sie mich selbstbewusst auf den glatten Felsen, verlor die Haftung, fing den Sturz aber souverän mit dem Gesicht (!!!) auf und rutschte an mir vorbei zurück ins Wasser. Nach dem ersten Schock konnten wir dann beide darüber lachen. Alles war noch ganz und behielt im Grossen und Ganzen die normale Farbe – das hätte schlimmer enden können!

Weiter Richtung Westen fuhren wir in den Fitzgerald Nationalpark und machten eine kurze Wanderung zum West Mount Barren. Es ist immer wieder eindrücklich, hinab über die endlosen Flächen zu sehen. Wir schliefen direkt im Nationalpark und waren einmal mehr mutterseelenallein. Da kein Licht vorhanden war und wir nur mit einer kleinen Laterne ausgerüstet sind, ging es kurz nach 20 Uhr auch schon ins Bett. Dafür waren wir am nächsten Morgen fit für die geplante 10 km Wanderung. Wir verpassten aber die Abzweigung am Strand und entschlossen kurzerhand die grosse Runde zu wagen. Nach 4,5 h hatten wir dann 20 km Busch- und Strandwanderung überstanden und waren froh wieder bei unserem Proviant zu sein.

In Albany war es dann definitiv zu kalt um zu baden. Wir trugen zwar immer noch kurze Kleidung, aber die Australier rüsteten sich bereits mit Jacken und Wintermützen aus. Auf dem Weg nach Denmark hielten wir bei einem Aussichtspunkt in einem Nationalpark und genossen unser Frühstück unter der wärmenden Sonne mit Aussicht aufs Meer. Diese Momente sind jeweils Balsam für die Seele und werden hoffentlich immer in Erinnerung bleiben.

Ein Stopp beim bekannten Valley of the Giants musste natürlich sein. Eine Plattform führt bis zu 40 Meter Höhe durch die Baumkronen und bietet für einmal eine ganz andere Sicht. Beim späteren Picknick in einem Nationalpark überraschte mich eine Einheimische auf der Toilette. Ich hörte es nur rascheln und dachte zuerst an einen Vogel. Ich staunte dann nicht schlecht, als eine relativ grosse Schlange auf mich herabschaute. Wie hilfreich wäre es doch manchmal, wenn mal die einzelnen Arten kennen würde. Aber die meisten Tierchen haben mindestens genauso viel Angst, wie wir vor ihnen und machen sich aus dem Staub.

Die Angst machte mir dann im Pemberton noch mehr zu schaffen. Die Australier durchbohrten einen 61 Meter hohen Baum mit Eisenstangen, um ihn wie eine Wendeltreppe erklimmen zu können und so Waldbrände früher zu sehen. Heute dient dieser Baum vor allem als Touristenattraktion und man kann ihn völlig ungesichert und eigenständig besteigen. Wir machten uns also auf den Weg nach oben und ich hätte den Baum auch bestiegen, wäre er nur etwa 20 Meter hoch gewesen. Meine Höhenangst liess mich jedoch alt aussehen und ich musste auch beim vierten Versuch mit schlottrigen Knien abbrechen und den kleinen Kindern Platz machen, denen ich im Weg stand – welch Demütigung! Mein Scheitern schien Lara aber umso mehr anzutreiben und obwohl sie mehrere Male ebenfalls abbrechen wollte und einige Schritte zurück machte, stand sie am Ende triumphierend auf der Plattform und schaute herunter auf ihren mut- und trostlosen Freund. Herzliche Gratulation! 😉

 

 

Southwest Australia – von Larissa

Mit noch etwas zittrigen Beinen vom Baumklettern ging es nun weiter an die Hamelin Bay, wo man Rochen direkt am Strand sehen konnte. Diese haben wir auch gefunden und es war ganz spannend, die grossen Meeresbewohner einmal von so nahe betrachten zu können. Danach fuhren wir weiter nach Margaret River. Hier sind Wein und Wellen gross geschrieben. Tolle Strände mit wildem Meer liessen sich wirklich schön ansehen, jedoch war es leider zu kalt, um ohne Wetsuit im Wasser zu toben. Also begutachteten wir den berühmten Surfers Point, wo die World Surf Tour bald stoppen wird, nur vom Lande aus. Die ganze Gegend ist aber wie gesagt, auch unter Weinkennern sehr bekannt und wo man hinschaut hat es Reben und Weingüter. Obwohl wir beide nicht direkte Weinliebhaber sind, liessen wir uns es nicht entgehen, das eine oder andere Glas auf einem der vielen Güter zu degustieren.

Da das Wetter nicht wirklich in unserem Sinne war, fuhren wir dann aber relativ schnell weiter in Richtung Busselton, wo wir unserem Nissan eigentlich einen Service genehmigen wollten. Da wegen den bevorstehenden Ostern jedoch alles ausgebucht war, mussten wir etwas umplanen und konnten unseren Garagentermin erst nach den Feiertagen in Perth arrangieren. Busselton selbst ist ganz hübsch und hat eine schöne Promenade mit wunderschönem Bootssteg. In dieser Region verbrachten wir dann wegen des nicht optimalen Wetters ruhige Ostertage und verweilten wohl die grösste Zeit in denen mit Wifi ausgestatteten Cafés oder unserem Freund McDonalds (ebenfalls Free Wifi). ;-P Wir geniessen das Campen normalerweise sehr und wir sind mittlerweile auch ziemlich gut ausgerüstet. Wenn das Wetter jedoch nicht mitspielt, ist es relativ mühsam, da man kein wirklich festes Zuhause hat und man nicht allzu viel unternehmen kann. Naja, alles Teil des Reisens. 😉

Bei einem kurzen Zwischenstopp in Bunbury schlenderten wir am Strand entlang und hatten das Glück Delfine vom Strand aus zu sichten und zu beobachten. Während des abendlichen BBQ’s im Park wurden wir erneut vom Regen eingeholt und Mike wurde ganz schön nass beim Grillieren. Er versuchte verzweifelt sein Fleisch und mein Tofu gar zu bekommen und vom Regen zu schützen.

Als nächstes stand dann Perth auf dem Programm, und mit der Stadt zeigte sich auch die Sonne wieder! Während sich unser Auto dann in der Werkstatt befand, machten wir die City unsicher. Die Stadt hat uns beiden sehr gut gefallen, nicht zu gross, nicht zu klein. Und speziell Fremantle ist echt sehenswert mit seinen vielen coolen Restaurants & Pubs und wie überall in Australien, war es auch hier wahnsinnig gepflegt. Vom schönen Hafen aus machten wir dann auch noch einen Ausflug auf die nahe gelegene Insel Rottnest. Hier verbrachten wir einen super Tag und erkundeten die abwechslungsreiche Insel zu Fuss. Alle anderen legten die nicht gerade kurzen Distanzen mit Mietvelos zurück, unser Tagesbudget war mit der Fähre aber leider bereits ausgeschöpft. ;-D Auf der Insel hatte es ein weiteres Mal sehr schöne Strände, wilde Natur und das Highlight sind wohl die sogenannten Quokkas. Die kleinen Tierchen (eine Art Mischung zwischen Känguru und Ratte) gibt es ausschliesslich auf dieser Insel zu sehen. Sie waren teilweise nicht gerade scheu und liessen sich gut fotografieren.

Nun, unser Auto hat den Service glücklicherweise gut überstanden und ist wieder ready für die vielen bevorstehenden Kilometer. Also los in Richtung des warmen Nordens!