Grossstadtleben in Argentinien – von Mike

Nach nur 1,5 Stunden auf der Fähre dockten wir bereits in Buenos Aires, Argentinien an. Wir freuten uns auf eine südamerikanische Metropole und waren gespannt, was uns im Vergleich zu Australien und Asien erwarten würde. Wir klapperten die üblichen Sehenswürdigkeiten ab und schlenderten durch die Viertel. Am Besten gefiel uns „La Boca“, das kleine Viertel mit den bekannten, farbigen Häuschen. Buenos Aires hat definitiv alles, was man „braucht“, aber irgendwie wurden wir nicht ganz warm mit der Stadt. Ausser dem ausgezeichneten Fleisch, fanden wir es ziemlich durchschnittlich und auch vom südamerikanischen Flair konnten wir noch nicht viel entdecken. So zogen wir relativ schnell weiter.

Nach reiflicher Überlegung entschieden wir, bei dieser Reise auf den Süden Argentiniens und Chiles zu verzichten. Erstens stellten wir schnell fest, dass die Preise in Argentinien beinahe mit Schweizer Niveau mithalten können und zweitens waren wir etwas unsicher, wie es mit der Zeit aufgehen würde und schliesslich könnte man gegen Norden noch genügend spannendes anhängen. Unsere erste längere Busreise in Argentinien führte uns also nach Rosario, notabene die drittgrösste Stadt Argentiniens. Gemäss den Reiseführern hatten wir keine grossen Erwartungen, aber wir wollten die lange Reise unterbrechen. Rosario hielt was es versprach und wir waren am nächsten Tag bereits wieder im Bus Richtung Cordoba. Nach 1,5 Stunden Fahrt standen wir dann mit einem defekten Bus am Strassenrand, das hochgelobte Argentinische Busnetz hatte uns bereits zum ersten Mal im Stich gelassen! Mit über 2 Stunden Verspätung und nur einem spärlichen Frühstück im Magen trafen wir in Cordoba, der zweitgrössten Stadt Argentiniens ein. Nach einer Stärkung und einer heissen (die Hitze!!!) Nacht im Hostel, war die Welt auch wieder in Ordnung. Cordoba hat ein wirklich schönes, modernes Stadtzentrum. Als Stadt der Universitäten sind entsprechend viele Junge unterwegs und das Nachtleben soll berauschend sein, hörten wir sagen. Mit unserer Reisekleidung und den Trekkingsandalen fühlten wir uns aber weniger für eine Stadtparty gerüstet. 😉

Bei einem weiteren Zwischenstopp in Tucuman kam der Bus mit einer Stunde Verspätung an. Der Grund war schnell ersichtlich – ein Fenster war eingedrückt uns musste natürlich repariert werden. Aus einer weiteren Stunde, wurden zwei und als wir einsteigen wollten, staunten wir nicht schlecht, als uns mitgeteilt wurde, dass dies gar nicht unser Bus sei. Aber keine Panik, wir hatten noch Zeit! Unser Bus hatte nämlich wegen Überschwemmungen und Strassensperren ganze 4 Stunden Verspätung.

 

 

Salta & around – von Larissa

Salta liegt im Nordwesten Argentiniens und ist bekannt für seine kolonialzeitlichen Bauten, schönen Kirchen und vor allem der wunderschönen Umgebung. Die Stadt ist übersichtlich, quirlig und gefiel uns beiden sehr gut. Die Stimmung auf den Strassen war unter anderem dank diversen Strassenkünstlern und Musikern voller Leben und vor allem abends tummelten sich die Menschen auf und um den Hauptplatz herum. Gute Restaurants mit bekannten Spezialitäten wie Empanadas, grosse Fleischstücke für Mike und die Beilagen für mich, luden zum Verweilen ein.

Die Hauptattraktion war aber definitiv die Umgebung. Wir mieteten für zwei Tage ein Auto und wollten ganz à la Australien, die Gegend selbst erkunden. Wir lieben das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit und so verbrachten wir unseren ersten wirklichen Highlighttag rund um die Gebirgskette Quebrada de Cafayate. Rote Bergketten, Kakteen, Täler mit Herden von Ziegen und verrückte Felsformationen liessen uns staunen und zeigten uns ein ganz anderes Bild von Argentinien, als wir es bis jetzt hatten.

Am zweiten Tag war das 200 Kilometer westlich liegende Cachi unser Ziel. Auch hier beeindruckte uns die fantastische Natur. Zuerst fuhren wir auf einer windigen Strasse zwischen grünen Hügeln die Täler hinauf, bevor wir dann auf eine trockene Hochebene gelangten, welche mit Kakteen übersäht war. Im kleinen Ort Cachi, der mit Bergen umgeben ist, assen wir in der Sonne unser Mittagessen, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

An unserem dritten Tag, entschieden wir uns dann aus ökologischen und sozialen Gründen doch noch für eine Tour und erkundeten zusammen mit einer Gruppe den nördlicheren Teil der Provinz Salta über Purmamarca bis hin nach Humahuaca. In den beiden kleinen Orten ist der Einfluss des Nachbarlandes Bolivien bereits gut zu spüren. Die Strassen waren nicht mehr geteert, alles schien ein bisschen chaotischer und die einheimischen Leute hatten andere Gesichtszüge. Besonderen Gefallen hatte ich natürlich am lokalen Markt, auf dem typische Tücher, Taschen, Lederwaren etc. verkauft wurden. Zudem war die Landschaft auch hier sehr schön, speziell die farbigen Felsformationen.

Aus den drei geplanten Tagen in Salta wurde dann aber schlussendlich mehr als eine Woche. Wohl oder übel. Nämlich wollten wir über die Grenze nach Chile, jedoch war die Strecke erst wegen schweren Überschwemmungen mit Schlammlawinen gesperrt, dann war der Bus wegen starkem Schneefall über die Anden bis auf weiteres gestrichen.  Leider klappte es mit der Kommunikation zwischen dem Busunternehmen und uns nicht ganz einwandfrei und so kam es vor, dass wir zum Beispiel morgens um viertel nach sechs mit gesamten Gepäck am Busbahnhof standen und kein Bus da war. Sie hätten am Vorabend versucht uns anzurufen, meinten sie… Die Nerven waren etwas angekratzt und wir mussten betreffend unserer nächsten Destination noch einmal über die Bücher.

 

 

14 Tage Argentinien – von Beiden

Für unseren Geschmack war es am Anfang etwas städtelastig und die Busfahrten bis nach Cordoba waren eher unspektakulär. Im Norden wurden wir von den eindrücklichen Landschaften aber sehr positiv überrascht. Um ein wirkliches Fazit geben zu können, haben wir zu wenig Zeit in Argentinien verbracht, denn der Süden und Westen hat bestimmt noch einiges zu bieten. Das Land befindet sich mit der neuen Regierung gerade im Umbruch und es wird spannend, eines Tages zurück zu kehren und zu sehen, wie es sich entwickelt hat.