Von Kambodscha über Ho Chi Minh nach Mui Né – von Mike

Über den Grenzübertritt von Kambodscha nach Vietnam will ich eigentlich gar nicht mehr schreiben. Ihr erinnert euch an den Bericht von Laos nach Kambodscha? Es lief in etwa gleich ab. Nach fünf Stunden hatten wir keine 100 km zurück gelegt – meine Nerven lagen blank. Den zehn wartenden Vietnamesen, die uns sofort das Gepäck abnehmen und in ihr überteuertes Taxi laden wollten, werde ich wohl nicht als besonders sympathischer Europäer in Erinnerung bleiben. Aber eigentlich ist ja alles gut, es dauert einfach immer eine Ewigkeit um von A nach B zu kommen. Nach 11 Stunden hatten wir die 270 km aber überstanden und checkten um 20.30 Uhr im Hotel in Can Tho ein. Dankend verzichteten wir auf eine Mekongtour um 5.00 Uhr früh am nächsten Morgen und gingen erst einmal auf Nahrungssuche. Irgendwie konnten wir Can Tho nicht viel abgewinnen und als es am nächsten Morgen noch regnete, beschlossen wir kurzerhand nach Ho Chi Minh weiterzureisen.

Für einmal war es praktisch, dass die Bushaltestelle 10 km ausserhalb des Zentrums war, denn das Taxi drängte sich in manche Lücke, wo der Reisebus keine Chance gehabt hätte. So ein Chaos wie in Ho Chi Minh hatten wir noch nie gesehen. Man stelle sich einen Stau in einer üblichen Grossstadt vor und quetsche in jede noch so kleine Lücke einen Roller (auf 7 Millionen Einwohner soll es 5 Millionen Roller geben). Am liebsten hätten wir das Taxi gar nicht verlassen, wenn wir daran dachten mit unseren vier Rucksäcken eine Strasse überqueren zu müssen. Wir erkundeten die Stadt dann dennoch zu Fuss und gewöhnten uns einwenig an das Verkehrschaos. Neben dem interessanten Kriegsopfermuseum besuchten wir auch die bekannten Cu-Chi Tunnels, wo sich die Vietkong während des Krieges verschanzten. Sehr interessant fanden wir die einfachen aber wirkungsvollen Tricks und Fallen die sich die Krieger einfallen liessen, um die Amerikaner niederzuringen. Aus nicht explodierten US-Bomben bauten sie heimtückische Tretminen oder sie trugen Flip-Flop ähnliche Schuhe einfach verkehrt rum, um den Gegner auf eine falsche Fährte zu locken.

Weihnachtsstimmung kam bei uns nicht wirklich auf. Aber wir gönnten uns eine Cola in einer Bar hoch über Ho Chi Minh und schlugen uns den Magen voll bei einem Mexikaner für satte 17 Fr.! Es ist uns noch ein Rätsel, wie wir je wieder mit den Preisen zu Hause zurecht kommen sollen… 😉

In Mui Né, einem grossen Ferienort nördlich von Ho Chi Minh, wo unzählige Russen ihren Pauschalurlaub verbringen, stand das relaxen wieder im Vordergrund. Wir besuchten die lokalen Attraktionen wie das Fischerdorf, die weissen und roten Sanddünen und einen kleinen Canyon. Die restliche Zeit verbrachten wir ganz faul am Strand und schauten den unzähligen Kitesurfer zu.

 

Dalat & Nha Trang – von Larissa

Wenn ihr ein Bild von Vietnam im Kopf habt, dann passt Dalat bestimmt nicht in diese Vorstellung. Es liegt im Hochland auf 1500 Metern über Meer und ist umgeben von Kaffee- und Obstplantagen, Kieferwäldern, Seen und Blumengärten. Der gepflegte, fast schon kitschige Ort, welcher sehr beliebt ist bei vietnamesischen Flitterwochenpaaren, hat sogar eine Seilbahn und erinnert beinahe ein bisschen an ein Schweizer Skiort im Sommer. Sehr cool war das „crazy house“ anzusehen. Es ist ein architektonisches Meisterwerk und gehört zu den zehn merkwürdigsten Bauwerken der Welt.

An unserem zweiten Tag startete ein grosses Blumen Festival und der Ort füllte sich nur so mit Leuten. Die Temperatur fiel in der Nacht auf rund 15 Grad und es war amüsant mitanzusehen, wie sich die Einheimischen in dicke Jacken, Wollkappen und Schäle mummten, als wären wir im hohen Norden. Verpflegt haben wir uns wieder einmal auf dem Markt an den Strassenständen und es ist auch nach drei Monaten immer wieder interessant, was man alles antrifft. Gerne fasse ich euch einmal die etwas speziellen nicht-vegetarischen Vorlieben der Asiaten zusammen: Schlange, Frosch, Ratte, Eichhörnchen, jegliche frittierte Insekten, diverse kleine Vögel, aller Art Meeresfrüchte, Aal, Hai und sogar Hühner- und Entenembryos (direkt aus dem Ei) stehen auf dem Speiseplan…. ach und jeder, ich glaub wirklich jeder liebt Hühnerfüsse! Wenn ich also nicht schon lange Vegetarierin wäre, wäre ich es ganz bestimmt auf dieser Reise geworden!

Zurück zu Vietnam – von den Bergen ging es wieder direkt ans Meer nach Nha Trang. Es ist wohl der bekannteste Strandurlaubsort des Landes und ist erneut bei den Russen hoch im Kurs. Gerne hätten wir noch einmal einen gemütlichen Strandtag eingelegt, bevor wir zurück ins Hinterland gehen. Jedoch machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so nutzen wir den grauen regnerischen Tag, um unsere vielen Fotos zu sortieren und einige andere Sachen zu erledigen. Unter anderem beantragten wir bereits unser Australien-Visum, welches dann voraussichtlich anfangs Februar zum Einsatz kommen wird. Die Vorfreude ist jetzt schon riesen gross!

Fürs Silvester-Znacht wählten wir ein Schweizer Restaurant und es gab zum einen Züri Gschnetzlets für Mike und Röstli mit Spiegelei für mich, mmmmmhhhhh 😉 Aufs Jahr 2016 angestossen, haben wir mit einem vier Franken Wein in unserem Zimmer! In diesem Sinne: Nochmals HAPPY NEW YEAR euch allen!