Merida bis Valladolid – von Larissa

Merida hiess unser nächstes Ziel. Nach einer 5-stündigen Busfahrt erreichten wir die Stadt. Die Vorfreude war gross, denn wir wollten hier nach einer gefühlten Ewigkeit wieder einmal ein Auto mieten (das erste und einzige Mal auf dieser Reise war in Argentinien). Um die umliegenden Sehenswürdigkeiten sehen zu können und der brütenden Hitze der Stadt zu entkommen, schien dies eine geeignete Variante. Per Bus gelangten wir dann zur Autovermietung. Für mich wieder einmal eine der amüsantesten Busfahrten seit langem. Der ganze Bus ratterte dermassen, dass man das Gefühl hatte, er würde in den nächsten Minuten auseinander brechen. Zudem machte der Fahrer plötzlich einen kurzen Stopp – er hatte nämlich Hunger! Er stieg aus, holte sich Tacos und Süssgetränk, dann konnte die Fahrt weitergehen. Während des Lenkens ass er nun seine Beute und drehte dazu die mexikanische Musik noch etwas lauter auf. Ich war wohl die Einzige, die es lustig fand, aber sein zufriedenes, unbekümmertes Gesicht im Rückspiegel zu beobachten, war so herrlich! Und wenn man sich eine solche Situation dann in der Schweiz vorstellen würde, ist es noch viel lustiger; man darf nicht immer alles so eng sehen. 😉

Nun gut, zurück zu den Sehenswürdigkeiten. Unsere erste Attraktion war dann die Mayastätte Uxmal. Die Ruinen waren wirklich imposant und sehr geschichtsträchtig. Da aber auch hier die Hitze enorm war (ja, der Schweiss spülte mir beinahe meine Kontaktlinsen aus den Augen), verweilten wir nicht all zu lange. Der zusätzliche Kommentar von Mike, dass ich aussähe, als hätte ich die Pyramiden gerade selbst konstruiert, war natürlich nicht sehr aufbauend, brachte aber mein Lachen schlagartig zurück. Den nächsten Tag wollten wir etwas kühler verbringen und so machten wir noch einmal einen Ausflug zu einigen Cenoten. Diese waren hier jedoch schwieriger zugänglich und so mussten wir wohl oder übel in kleinen Wägeli, welche auf Schienen von Pferden gezogen wurden, den Weg zurücklegen. Die Pferde waren teilweise in schlechtem Zustand und wir bereuten den Ausflug relativ schnell. Auch Mikes Zustand war etwas bedenklich, er sass mit laufender Nase und hochroten Augen im Wägeli und fluchte über seine Pferdeallergie, welche sich bereits nach wenigen Minuten deutlich zeigte. Auch die clevere Idee, seine Tauchbrille aufzusetzen, half dann nicht viel, sah aus meiner Sichtweise aber unglaublich amüsant aus. Die Cenoten selbst waren sehr schön, wenn auch teilweise halsbrecherisch, um hinunter zu kommen. Die Erdöffnungen sind manchmal nicht viel grösser als ein Schachtloch und senkrechte Leitern führen in die Tiefe, welche definitiv nicht der Suva-Norm entsprechen würden. Die Unterwelt ist jedoch faszinierend und das Beste daran, wir waren mutterseelenalleine. Wir schnorchelten, kletterten, sprangen ins Wasser und fühlten uns ein bisschen wie Tarzan und Jane. 😉 Später machten wir noch einen Stopp in Izamal. Der kleine Ort mit seinen gelben Fassaden und einem schönen Plaza, war perfekt, um eine Kaffeepause einzulegen und wieder zurück in die Realität zu kehren.

Von Merida aus, ging es weiter ins windige Progreso. Dieser Ort stand bei Mike hoch im Kurs, denn hier konnte er endlich wieder einmal Kitesurfen. Drei Stunden lang schlug er sich wacker im Wasser, während ich mich sonnte und ihm zuschaute.

Einen weiteren Halt machten wir dann in Valladolid. Die kleine Stadt hat charmante Häuser, eine schöne Kirche und war für uns der Ausgangspunkt um eines der neuen sieben Weltwunder zu besichtigen; Chichen Itza. Die bekannteste Mayastätte wollten wir natürlich nicht verpassen. Sie war beeindruckend, auf jeden Fall. Wenn wir jedoch, jemandem eine Empfehlung geben müssten, würden wir auf Uxmal setzen. Wir fanden sie mindestens genau so attraktiv, jedoch ohne Horden von Touristen.

 

 

Last days at the beach – von Mike

Unser Weg führte uns nach Rio Lagartos, einem kleinen Küstenort im Golf von Mexiko, bekannt für den Nationalpark mit farbigen Gewässern, Flamingos und Krokodilen. Da Nebensaison war, hatten wir das Boot für uns und fuhren mit unserem Kapitän der Lagune entlang durch die Mangrovenwälder. Auf einmal bremste er ab, der Meinung, dass er ein Krokodil erspäht hatte. Tatsächlich konnten wir den Schwanz des Krokodils erkennen und der Kapitän forderte mich auf, diesen zu packen und es aus dem Gebüsch zu ziehen, damit wir es besser anschauen können. Gegenüber den australischen Salzwasserkrokodilen schien es mir nicht sonderlich gross und ich packte es beherzt. Nun ja, meine kümmerlichen Restmuskeln (nicht, dass ich je viele hatte) versagten ihren Dienst und das 3 Meter Krokodil bewegte sich keinen Millimeter. Los, weiter, Flamingos anschauen, die zeigen immerhin noch Respekt und fliegen davon wenn ich Ihnen zu nahe komme! Ziemlich respekteinflössend wurden wir dann im sogenannten Maya Spa von unserem Guide hergerichtet. Einmal mehr wurden wir von oben bis unten mit Matsch zugedeckt. Es stellte sich zudem heraus, dass das Wasser nicht immer die intensive rosa Färbung hat und Lara musste sich schweren Herzens mit dem orange-bräunlichen Farbton abfinden…

Die letzten Tage unserer Reise wollten wir noch am Strand verbringen und uns erholen. Isla Holbox schien da genau richtig. Nur leider fühlte ich mich in der Nacht vorher schon nicht besonders und nach weiteren 3 Stunden in einem tiefgekühlten Bus, lag ich definitiv flach. Ohne mich konnte sich Lara jedoch umso besser am Strand entspannen. Nach einem Tag rückte ich ihr aber schon wieder auf die Pelle. Unserer Walhai-Tour am kommenden Tag sollte also nichts mehr im Wege stehen. Nach 1,5 h Bootsfahrt konnten wir endlich die ersten Walhaie sichten. Danach ging es Schlag auf Schlag, jeweils in Zweiergruppen konnten wir für ein paar Minuten mit den grössten Fischen im Meer schnorcheln. Was vom Boot schon gross aussah, wirkte im Wasser einfach gigantisch. Ruhig und gelassen schwammen die Walhaie um die Touristen, um ihr Plankton zu fressen. Die Zeit, die wir im Wasser hatten, war fast zu kurz um zu realisieren wie gross und eindrücklich die Tiere sind. Auf jeden Fall ein Riesenerlebnis.

Isla Mujeres sollte unser letzter Inselstopp auf dieser Reise werden. Leider hatte es in der Zwischenzeit Lara erwischt und sie hütete ausgerechnet an ihrem Geburtstag das Krankenbett. Dazu kam, dass es während drei Tagen mehr oder weniger durchgehend regnete. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. An unserem letzten Inseltag zeigte sich das Wetter aber wieder von der freundlichen Seite und wir mieteten gleich einen Roller und erkundeten die ganze Insel selbständig, wie wir es bevorzugen.

Für die letzten zwei Nächte quartierten wir uns wieder in Cancun ein. Wir verbrachten noch einmal zwei Tage am Strand und tankten Sonne, obwohl das Wetter in der Schweiz momentan ja auch ganz in Ordnung sein soll. Wir freuen uns darauf und natürlich auch auf euch, liebe Freunde und Familie! See you soon… 😉

 

 

33 Tage Mexiko – von Beiden

Wir entschieden uns spontan für Mexiko, weil die Rückflüge in die Schweiz von dort am günstigsten waren und uns „Badeferien“ zum Abschluss unserer Reise sinnvoll erschienen. Einige Orte waren uns dann aber doch zu touristisch und wir fühlten uns als Backpacker nicht wirklich wohl unter den vielen, herausgeputzten Pauschaltouristen. Wir entdeckten aber auch einige „unbekannte“ Orte, die an Schönheit kaum zu übertreffen sind und lernten Mexiko abseits des Massentourismus kennen. Ein gelungener Abschluss unserer Reise!